Stiller Typ, starker Songwriter - Queen-Legende John Deacon wird 75
Nur absolute Queen-Ultras dürften dieses Datum überhaupt wahrnehmen: am 19. August begeht John Deacon seinen 75. Geburtstag. Wahrscheinlich feiert er aber genauso zurückhaltend, wie er sich nach außen gibt: Seit den 90ern hält sich der Bassist konsequent aus der Öffentlichkeit und den Projekten seiner Ex-Bandkollegen raus. Dabei ist sein Einfluss auf zwei Jahrzehnte Queen und eine Rockgeschichte für die Ewigkeit unbestritten.
Vom schüchternen Teenager zum Bassisten der Superband
Geboren am 19. August 1951 im zentralenglischen Oadby, war Deacons Weg in den Musikolymp kein einfacher: als Elfjähriger erlebte er den Tod des Vaters und wurde fortan in einfachen Verhältnissen von der Mutter allein großgezogen. In der Gitarre fand er eine wichtige Leidenschaft. Die musste er aber alsbald durch den Bass ersetzen – seine erste Schülerband war nicht so recht überzeugt von Deacons Gitarrenspiel.
Überzeugen konnte er aber 1971 bei einem Vorspiel für das damalige Trio Queen: Roger Taylor, Brian May und Freddie Mercury nahmen den damals 19-jährigen Deacon in ihrer Runde auf – seine ruhige Art passte perfekt in die extrovertierte Truppe.
Ein Songwriter mit Gespür für den perfekten Hit
Deacon schrieb zwar seltener Songs als seine Bandkollegen, traf dabei aber oft ins Schwarze. Zu seinen Kompositionen zählen zwei der größten Queen-Hits überhaupt: „Another One Bites The Dust“ und „I Want To Break Free“. Auch die unter Fans besonders beliebten Nummern „You’re My Best Friend“ oder „Spread Your Wings“ sind von ihm. An anderen Top-Hits wie „Under Pressure“, „Friends Will Be Friends“ oder „One Vision“ war er ebenfalls als Autor beteiligt.
Neben dem Songwriting hatte er aber auch großen Anteil am generellen Sound von Queen: dank seines Elektrotechnikstudiums hatte er viel praktisches Wissen über die Funktion von elektronischen Instrumenten. Er bastelte sich einen ganz eigenen Verstärker, den „Deacy Amp“, den hin und wieder auch Brian May für seine selbstgebaute „Red Special“-Gitarre nutzte.
John Deacon: 7,5 Fakten zum 75. Geburtstag
1. Klangvoller Kunstname: Auf Queens Debütalbum wurde er als „Deacon John“ gelistet - das sollte ihn interessanter wirken lassen.
2. Kein Sänger: Als einziges Bandmitglied hat der Mann aus Oadby nie auf einem Queen-Studioalbum gesungen, weil er sich den Stimmen der anderen drei nicht gewachsen sah - live steuerte er aber Backing Vocals bei.
3. Gute Kontakte: Neben den Soloprojekten seiner Bandkollegen, begleitete John Deacon auch andere Superstars am Bass - Mitte der 80er stand er für zwei Songs von Elton John im Studio.
4. Erstmal Gitarre: Schon als siebenjähriger Junge bekam der Lockenkopf eine rote Spielzeuggitarre von Tommy Steele geschenkt - der Grundstein für seine musikalische Laufbahn.
5. Queens Schatzmeister: Die Band verdiente durch ihren Knebelvertrag mit dem ersten Studio über Jahre kaum Geld. Nachdem ein bekannter Manager die Finanzen der Vier zunächst wieder in Ordnung brachte, kümmerte sich fortan Deacon um das Geschäftliche.
6. Selbstgebauter Verstärker: Dank seines Elektrotechnik-Studiums entwickelte Deacon den legendären „Deacy Amp“ – die Teile dazu stammten tatsächlich vom Elektroschrott.
7. Auch Filmmusiker: Mit der eigens dafür gegründeten Kombo “The Immortals” schrieb und produzierte der Brite die Musik für den Film “The Biggles”.
7,5. Bevorzugtes Instrument: Am liebsten spielte John Deacon einen Fender Precision Bass.
Rückzug ins Privatleben - was macht John Deacon heute?
Seit dem Tod von Freddie Mercury ist Deacon nur noch selten in Erscheinung getreten. Nur dreimal stand er danach mit den übrigen Queen-Mitgliedern auf der Bühne, zog sich nach einem All-Star-Konzert Ende der 90er aber endgültig aus der Öffentlichkeit zurück. Das Erbe von Queen pflegen heute May und Taylor, die ihren Ex-Bassisten bei Großprojekten wie dem Biopic „Bohemian Rhapsody“ aber wohl auch um seinen Segen baten.
Privat lebt das Geburtstagskind nach wie vor zurückgezogen. Ausgesorgt hat er ohnehin: 2019 wurde sein Vermögen auf rund 130 Millionen Pfund geschätzt - er gilt damit als einer der reichsten Musiker im Königreich. Zudem wohnt er in einer ganz üppigen Villa im Südwesten Londons mit seiner langjährigen Frau Veronica Tetzlaff. Die beiden haben fünf Söhne und eine Tochter.
Hier seht ihr John Deacons letzten Auftritt in Paris 1997 - zusammen mit May, Taylor und Elton John: