80er-Flirtshow "Herzblatt" - Günther Jauch wollte nicht moderieren
In den 80ern überraschte eine kuriose Begebenheit die TV-Welt: Günther Jauch, der später für seinen seriösen Moderationsstil berühmt wurde, lehnte das Angebot ab, die Flirtshow "Herzblatt" zu moderieren. Diese Absage, die kurz vor dem Sendestart im Oktober 1987 erfolgte, geschah nicht aus mangelndem Interesse oder finanziellen Gründen. Jauch fühlte sich schlicht nicht als der "Puffvater der Nation", wie er es selbst in einem Podcast ausdrückte. So überließ er den Job Rudi Carrell, einem erfahrenen Entertainer, der die Show bis 1993 leitete.
Der Beginn einer TV-Ära
"Herzblatt" startete am 9. Oktober 1987 und wurde schnell zu einer der bekanntesten Flirtshows im deutschen Fernsehen. Das Format basierte auf der US-Show "The Dating Game" und wurde in Deutschland unter der Leitung von Rudi Carrell adaptiert. Das Konzept war einfach: Ein "Picker" stellte drei Kandidaten Fragen, ohne sie zu sehen, da eine Wand sie trennte. Nach der Entscheidung wurden die Kandidaten zu einem Helikopterflug eingeladen, um sich besser kennenzulernen.
Jauchs Karriereweg in den 80ern
Als Jauch das Angebot erhielt, war er noch am Anfang seiner TV-Karriere. 1982 begann er als Außenreporter, und bereits 1987 übernahm er beim ZDF die Sendung "Na siehste!" Kurz darauf, 1988, begann er im "aktuellen Sportstudio" und wechselte 1990 zu RTL, wo er als Moderator von "stern TV" bekannt wurde. Diese Karriereentscheidungen zeigen, wie geschickt Jauch seine beruflichen Wege plante und fokussierte.
Günther Jauch über seine Absage bei "Herzblatt"
Rudi Carrell übernimmt und prägt "Herzblatt"
Nachdem Jauch ablehnte, übernahm Rudi Carrell die Moderation von "Herzblatt". Carrell führte die Sendung bis 1993 und machte sie zu einem Kultformat. Nach ihm moderierten unter anderem Rainhard Fendrich und Jörg Pilawa. Interessant ist die Rolle von Susi Müller, deren Stimme zur "Voice of Herzblatt" wurde und maßgeblich zum Erfolg der Sendung beitrug.
Ein Sprungbrett für TV-Stars
"Herzblatt" war nicht nur eine einfache Show, sondern ein Sprungbrett für viele. Ein bekanntes Beispiel ist Kai Pflaume, der 1991 als Kandidat auftrat und später selbst eine TV-Karriere startete. Die Show stieß mit über 400 Sendungen auch gesellschaftliche Diskussionen an und zeigte später sogar schwule Kandidaten.
Die Nachwirkungen von Jauchs Entscheidung
Jauchs Absage bei "Herzblatt" hielt ihn keineswegs zurück. Im Gegenteil, sie führte zu einer Neuausrichtung seiner Karriere. 1999 übernahm er "Wer wird Millionär?" und wurde zu einem Synonym für Wissensquiz im deutschen Fernsehen. Die Entscheidung gegen "Herzblatt" war ein früher Hinweis auf seine spätere Spezialisierung auf seriöse TV-Formate in den 80ern. Dank seiner Weitsicht und Einschätzung entwickelte sich Jauch zu einem der angesehensten Moderatoren des Landes.