"Die Hesse komme!" (1984) - Schimpfwort in Rodgau Monotones-Song
Im Sommer 1984 stürmten die Rodgau Monotones mit ihrem Song „Die Hesse komme!“ die deutschen Charts und prägten das Bild von Hessen in den 80ern. Der Song, der als satirische Antwort auf den damaligen Regionalismus gedacht war, gilt heute als inoffizielle hessische Hymne. Mit Platz 22 in den Charts und dem Album „Volle Lotte“ auf Platz 16 erlangte die Band landesweit Bekanntheit.
Der umstrittene Dialog und seine Schimpfworte
Der Song enthält einen humorvollen Dialog, der durch markante Schimpfworte auffällt. Besonders das Wort „Hippie-Arsch“ sticht hervor. Andere Begriffe wie „Drecksack“, „Depp“ und „Kapp“ sind ebenfalls Teil des Dialogs, der den Hörer in die lockere und provokative Mundartstimmung der 80er entführt. „Hör mer doch uff mit dem bekloppte Rap“ ist eine der verächtlichen Passagen, die den Song so legendär machen.
Die Band hinter dem Hit
Die Rodgau Monotones wurden 1977 im Großraum Rodgau gegründet. Mitglieder wie Peter „Osti“ Osterwold und Albrecht „Ali“ Neander setzten auf Party-Rock statt Deutschrock. Anfangs spielten sie Coversongs, bevor „Die Hesse komme!“ zum Durchbruch verhalf. Sie teilten die Bühne mit Größen wie BAP und Tina Turner – ein Zeichen ihres Erfolgs in den 80ern.
Der satirische Ansatz und sein Erfolg
Gitarrist Ali Neander betonte, dass der Song eine „Verarsche“ sei. Er spottete über den Regionalismus und den selbstironischen Charakter des Hessen. Überraschenderweise gelang dem Song trotz seiner Satire der Sprung zur Stadionhymne bei Eintracht Frankfurt. Dieser Erfolg trug zur Beliebtheit und zum Kultstatus bei.
Rodgau Monotones performen den Song bei "Na sowas"
Die Wirkung und Rezeption des Songs
„Die Hesse komme!“ spielt mit Klischees und regionalen Anspielungen. Kulinarische Bezüge wie Rippchen mit Kraut und Figuren wie Heinz Schenk („unser David Bowie“) werden humorvoll integriert. Die Mischung aus Mundart und Witz fand großen Anklang und wird bei Konzerten immer noch lautstark mitgesungen.
Der Weg zur Hessenhymne
Seit den 80ern übertraf das selbstironische Lied das offizielle Hessenlied in Sachen Popularität. Noch 2005 wurde es in einer Pressemitteilung als „Offizielle Hessen-Hymne“ bezeichnet. Die Live-Wirkung ist beeindruckend, wenn tausende Zuschauer gemeinsam „Erbarmen – zu spät – die Hesse komme!“ grölen.
Fortsetzung der Bandgeschichte
Nach dem Erfolg fabrizierten die Rodgau Monotones weitere Hits und traten auf großen Bühnen auf. Mitglieder wie Henni Nachtsheim widmeten sich später anderen Projekten. Bis heute bleibt die Band aktiv und begeistert ihr Publikum mit energiegeladenen Shows – eine Reise, die fast 40 Jahre nach ihrem Hit immer noch andauert.