Schmunzel-Fakten und Skandale - Mächtigster Mann der 80er: Ronald Reagan
Er hat uns beinahe ein ganzes Jahrzehnt begleitet: Ronald Reagan war als Staatsoberhaupt der USA von 1981 bis 1989 der mächtigste Mann der Welt. Vor genau 45 Jahren trat er sein Amt an und gilt heute trotz einiger Skandale als einer der beliebtesten US-Präsidenten. Denn: er hat uns auch immer wieder zum Lachen gebracht.
Erster geschiedener Präsident
Die Vereidigung am 21. Januar 1981 machte den Deckel drauf: Kurz vor seinem 70. Geburtstag wurde Ronald Wilson Reagan der 40. Präsident der USA. Schon seine Wahl hatte allerdings so manchen traditionellen Amerikaner beinahe zum Herzstillstand gebracht: Reagan war zwar glücklich verheiratet, aber schon zum zweiten Mal - noch kein Präsident vor ihm war jemals geschieden. Seine erste Ehe mit der Schauspielerin Jane Wyman endete bereits im Jahr 1948. Nur wenige Monate später sicherte sich Wyman einen Oscar als beste Hauptdarstellerin. Reagan waren Auszeichnungen als Schauspieler immer verwehrt geblieben. Immerhin hat er einen Stern auf dem Walk of Fame…
Sportler und Sportkommentator
Ja, er war Filmstar und Präsident, aber schon lange vor seinen Karrieren in Hollywood und Washington machte sich Ronald Reagan einen Namen. Am Eureka-College in seiner Heimat in Illinois war er Sprecher der Studentenschaft und übte sich schon mal in Führungsqualität. Auch als erfolgreicher College-Footballspieler und - Achtung! - Cheerleader für das Basketball-Team war er damals bekannt. Die Liebe zum Sport brachte den jungen Ronald in den 1930ern dann sogar zum Radio. Dort kommentierte er Baseball-Spiele und war als Reporter unterwegs - kein Wunder, dass er gut reden und unterhalten konnte. Aber dazu später mehr…
Vom “Linken” zum Republikaner
Heute gilt Ronald Reagan für viele Konservative als großes Vorbild. Seine politische Anfangszeit prägte allerdings die Anhängerschaft für Persönlichkeiten der demokratischen Partei. Selbst für amerikanische Verhältnisse war Ronald Reagan natürlich kein Linker, trotzdem war er großer Unterstützer der amerikanischen Arbeiterschaft und sprach sich gegen Rassismus aus. Erst mit einem Engagement für den Superkonzern General Electric wandelte sich die Gesinnung des späteren Präsidenten. Plötzlich propagierte der Showman den freien Markt und er kritisierte die damalige Krankenversicherung. Seine zweite Frau Nancy brachte ihn schließlich zum Eintritt in die republikanische Partei. Tja, auch über einen großen Mann hat letztlich eine Frau die Macht…
Der Teflon-Mann
In Großbritannien gab es die Eiserne Lady, in den USA den Teflon-Präsidenten. Auch wenn der Vergleich mit einer Bratpfannenbeschichtung wenig schmeichelhaft wirkt, er beschreibt eine zentrale Qualität Ronald Reagans in der Politik. Er war ein Mann der Massen mit hohen Beliebtheitswerten - selbst nach dem tiefsten Griff ins Klo lief es bald wieder für ihn. “The teflon president” etablierte sich als Spitzname nach der sogenannten Iran-Contra-Affäre. Die Regierung hatte heimlich Waffen an den Iran verkauft und mit den Einnahmen eine Guerilla-Bewegung in Nicaragua unterstützt. Als guter Schauspieler stritt Reagan natürlich hinterher ab, von den Vorgängen gewusst zu haben…
Ein Leben lang Entertainer
Seine Spezialität auf der Leinwand war für den gutaussehenden “Ronnie” immer der prinzipientreue Held und respektable Gentleman - auch mal als Charakterdarsteller. Aber auch in Komödien lieferte er zahlreiche, gefeierte Auftritte. Seinen Humor behielt sich der Mann aus Illinois bis ins hohe Alter und natürlich auch als Präsident. Nichts war vor seinen bekannten One-Linern sicher - nicht mal die Grenze des guten Geschmacks. In einer Radioansprache 1984 witzelte er wenig überlegt über einen Kriegsbeginn mit der Sowjetunion ("we begin bombing in five minutes"). Die meisten seiner Späße kamen aber doch recht gut an...