Grashalm statt Zigarette - Morris gewöhnt Lucky Luke das Rauchen ab
In den 80ern setzte der legendäre Comic-Held Lucky Luke ein Zeichen im Kampf gegen das Rauchen. Sein Schöpfer, der belgische Zeichner Morris, erhielt 1988 eine Medaille von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Der Grund: Er befreite den kettenrauchenden Cowboy Lucky Luke 1983 ab dem Album "Fingers" vom Glimmstängel und ersetzte ihn durch einen Grashalm. Diese Entscheidung war ein bedeutender Schritt zur Förderung eines gesünderen Lebensstils und festigte den Ruf von Lucky Luke als Vorbild für junge Leser in den 80ern.
Die mutige Entscheidung im Comic "Fingers"
Der Comic-Band "Fingers", veröffentlicht 1983, markierte die Wende in Lucky Lukes Rauchgewohnheiten. Anstelle einer Zigarette hält er nun einen Grashalm im Mund. Dieser symbolische Akt war nicht nur ein künstlerischer Kniff, sondern zeigte auch auf humorvolle Weise die neuen Vorlieben des Cowboys. Besonders im Album gibt es eine augenzwinkernde Szene: Bei einer Feier bietet man ihm einen "Strohhalm zum Kauen" an, worauf Luke antwortet: "Danke. Das versuche ich mir auch abzugewöhnen."
Hintergründe der Rauchentwöhnung
Die Entscheidung, Lucky Lukes Sucht zu beenden, war nicht nur Morris' Wille. Es gab zwei wesentliche Gründe: Zum einen kam Druck vom US-Trickfilmstudio Hanna-Barbera, das eine rauchfreie Adaption für ein breites Publikum kreieren wollte. Gleichzeitig erstarkte in Europa die Anti-Raucher-Bewegung. Zudem galt der Cowboy mit Zigarette als schlechtes Vorbild für die jugendlichen Leser, was Gesundheitserzieher auf den Plan rief.
Der Grashalm: Ein cleveres Detail
Die Einführung des Grashalms erlaubte es Morris, die gewohnte Mundhaltung von Lucky Luke beizubehalten, ohne große Anpassungen an den Zeichnungen vornehmen zu müssen. Dies bewahrte die ikonische Erscheinung des Cowboys und setzte gleichzeitig ein klares Statement gegen das Rauchen.
Die Rolle der TV-Serien
Parallel zu den Comic-Änderungen entstand 1983–84 eine Zeichentrickserie von Hanna-Barbera. Diese Adaption betonte vor allem die saubere, rauchfreie Darstellung des Cowboys. Dank der Internationalität der Serie wurde die neue, gesundheitsbewusste Version von Lucky Luke einem noch breiteren Publikum zugänglich gemacht.
Über Morris: Ein kreatives Genie
Maurice De Bevere, bekannt als Morris, wurde 1923 in Belgien geboren und startete seine Karriere im Trickfilmstudio in Brüssel. Zusammen mit René Goscinny schuf er erfolgreiche Geschichten über Lucky Luke, die Millionen Leser weltweit begeistern. Morris sorgte dafür, dass sein Werk auch nach seinem Tod 2001 weitergeführt wird, und Lucky Luke bleibt bis heute ein bedeutender Teil der Popkultur.
Lucky Luke's Einfluss und Erfolg
Mit über 300 Millionen verkauften Exemplaren und Übersetzungen in 30 Sprachen gehört Lucky Luke zu den erfolgreichsten europäischen Comics. Neben "Asterix" und "Die Abenteuer von Tim und Struppi" hat sich der Cowboy aus dem Wilden Westen einen festen Platz in vielen Herzen gesichert. Besonders in den 80ern brachte die Anpassung von Morris' Held eine Welle der Anerkennung und belohnte ihn schließlich mit der prestigeträchtigen WHO-Auszeichnung.