Kollision mit Marlboro-Truck - Schleichwerbung in zweitem Superman-Film
Der Film "Superman II – Allein gegen alle", eine Fortsetzung des Hits von 1978, ist nicht nur für seine Superhelden-Action bekannt, sondern auch für eine wegweisende Werbestrategie in den 80ern. Der Film von Richard Lester setzte neue Maßstäbe in Sachen Schleichwerbung.
Superman trifft Marlboro
Eine besonders bemerkenswerte Szene zeigt Superman, der in einen Marlboro-LKW geschleudert wird. Diese Szene war speziell für den Zigarettenhersteller Philip Morris ins Drehbuch aufgenommen worden. Dabei handelt es sich um gezielte Schleichwerbung, denn real existierten solche beschrifteten Lieferwagen nicht. Sie wurden für den Film kreiert. Philip Morris zahlte schätzungsweise zwischen 20.000 Pfund und 43.000 Dollar für das Product Placement im Film. Interessant ist auch, dass Philip Morris Mitspracherecht über den Inhalt des Films hatte. Alles, was dem Markennamen Marlboro schaden könnte, sollte entfernt werden.
Lois Lane als Raucherin
Auch Lois Lane, dargestellt von Margot Kidder, wurde Teil der Werbestrategie. In "Superman II" raucht sie mehrmals Marlboro-Zigaretten. Diese Darstellung war in Comics und anderen Filmversionen von Superman nicht üblich. Besonders heikel, da die Filme ein junges Publikum ansprachen. In der berühmten Kampfszene in Metropolis traten neben Marlboro auch andere Marken in Erscheinung. Coca-Cola, Timex und Fiorucci nutzten die Chance, auf der großen Leinwand sichtbar zu sein. Coca-Cola beispielsweise präsentierte ein Leuchtreklame am Times Square, die im Kampf spektakulär zerstört wurde.
Der rechtliche Nachklang
Die Praxis der Schleichwerbung hatte Konsequenzen. Philip Morris stoppte diese Form der Werbung in amerikanischen Produktionen gänzlich, nachdem der US-Kongress Missbilligungen äußerte. Ein bemerkenswerter Schritt für die Werbestrategien der Zukunft. Ironischerweise setzte man Superman in Großbritannien fast parallel zu einer Anti-Raucher-Kampagne für Kinder ein. Der Superheld bekämpfte den fiktiven Bösewicht "Nick O'Teen" und warb dafür, Zigaretten abzulehnen. Eine interessante Parallelität zur Situation im Film.
Erbe und digitaler Wandel
Jahrzehnte später entschied sich der Streamingdienst HBO Max, die Marlboro-Werbung digital aus dem Film zu entfernen. Dies reflektierte den aktuellen Trend, Rauchen in Filmen für jüngeres Publikum zu reduzieren. Ein Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung seit den 80ern.