One-Hit-Wonder der 80er - Die kurze Geschichte von Blind Date
Sommer 1985. Boris Becker gewinnt als erster Deutscher Wimbledon. Mit „Live Aid“ steigt das größte Benefizkonzert aller Zeiten. Und Commodore stellt den Computer „Amiga“ vor. Im Radio läuft in diesem Sommer ständig ein Song: „Your Heart Keeps Burning“ von Blind Date. Wer steckt hinter diesem 80er-Hit?
Ein Blind Date wird zur Band
Blind Date war eine Popband aus Frankfurt am Main. Sie wurde 1984 gegründet. Ihren Namen verdankt die Band einem Zufall. Die Musiker trafen sich eher spontan, quasi im „Blindflug“. Daraus entstand der Bandname Blind Date.
Zur Anfangsbesetzung gehörten neun Mitglieder. Dabei waren die Sängerinnen Amy und Elaine Goff. Die Schwestern waren Töchter eines amerikanischen Offiziers. Das erklärt ihre internationale Prägung und den englischen Gesang.
Der 80er-Hit erobert die Charts
1985 veröffentlichte Blind Date ihre Debütsingle „Your Heart Keeps Burning“. Der Song wurde ein echter 80er-Hit. Er erreichte Platz 17 der deutschen Singlecharts. Insgesamt blieb er 17 Wochen in den Charts.
Musikalisch lässt sich der Song schwer einordnen. Er ist nicht ganz Italo Disco und nicht ganz Euro-Disco. Genau das macht ihn besonders. Eine Mischung aus Pop, Elektronik, Gitarren und Saxophon. Auch international wurde der Song beachtet. Eine französische Musikseite zählt ihn zu den großen Dance-Hits der 80er-Jahre.
Blind Date - Your Heart Keeps Burning (1985)
Vom Höhenflug zum schnellen Ende
Nach dem Erfolg wurde es schwierig für die Band. Die Nachfolgesingle (die Coverversion von Ray Charles' „Hit the Road Jack“) konnte nicht an den ersten Erfolg anknüpfen. 1986 erschien noch das Album „Dreamworld“. Doch auch das brachte keinen neuen Durchbruch. Blind Date löste sich auf. Eine offizielle Erklärung dazu gab es nie. 1992 wagte man einen zweiten Versuch mit einem Remix von „Hit the Road Jack“. Der Erfolg blieb aber überschaubar.
Zweite Karriere bei einer echten Rock-Legende
Nach dem Ende von Blind Date ging es für Amy und Elaine Goff musikalisch weiter. Die Schwestern wurden Backgroundsängerinnen bei Meat Loaf. Sieben Jahre lang gehörten sie zu seiner Band Neverland Express. Sie wirkten an gleich drei Studioalben mit. Darunter auch der Welterfolg „Bat Out of Hell II: Back into Hell“ von 1993. Zudem tourten sie viermal mit Meat Loaf um die Welt.
Amy Goff arbeitete später als gefragte Session-Sängerin. Sie sang für große Werbekampagnen von Marken wie Coca-Cola und Ford. Heute betreibt sie ein Catering-Unternehmen in New Jersey und singt in einer Coverband. Bandgründer Uwe Schlürmann machte ebenfalls weiter Musik. Ab 1996 war er Sänger der Countryband Tumbleweed. Er starb 2013 an Krebs.