Kult-Held mit Peitsche - 45 Jahre Indiana Jones
Es war der 12. Juni 1981, als der coolste Archäologe der Kinowelt zum ersten Mal über die Leinwand flackerte - mit Lederjacke, Peitsche und Fedorahut zog er seine Fans von da an in den Bann. “Jäger des verlorenen Schatzes”, wie der Streifen bei uns heißt, markierte den Beginn einer legendären Filmreihe. Heute ist Indiana Jones längst mehr als ein Figur - er ist eine Ikone. Und gerade für Eighties-Kids ist er ein Held, der immer mit unserem Lieblingsjahrzehnt verknüpft bleibt.
George Lucas als geistiger Vater
Hinter Indiana “Indy” Jones steckt eine Idee von George Lucas, der den Charakter als Hommage an die Abenteuerfilme und Pulp-Magazine der 1930er-Jahre erschuf. Lucas und sein Freund Steven Spielberg diskutierten das Projekt erstmals kurz nach dem Erfolg von “Krieg der Sterne” Ende der 1970er. Spielberg wollte etwas Ähnliches wie einen James-Bond-Film machen. Lucas soll darauf geantwortet haben, er habe „etwas noch Besseres". Inspiriert wurde der Charakter unter anderem von klassischen Abenteuerhelden wie Allan Quatermain aus “King Solomon's Mines” oder Dagobert Duck. Die Abenteuer-Comics von Carl Barks hatten einen starken Einfluss auf Lucas. Sogar die berühmte Eröffnungsszene in “Jäger des verlorenen Schatzes”, in der Indy eine Statue von ihrem Sockel nimmt, ist eine direkte Hommage an einen Barks-Comic.
Fünf Filme, ein Held
Über mehr als vier Jahrzehnte erlebte Indiana Jones insgesamt fünf große Kinoabenteuer. Im ersten Film kämpft er gegen Nazis, die die Bundeslade suchen. “Tempel des Todes” (1984) führt ihn nach Indien, wo er versklavte Kinder befreit. “Der letzte Kreuzzug” (1989) schickt ihn gemeinsam mit seinem Vater - gespielt von Sean Connery - auf die Suche nach dem Heiligen Gral. Nach fast 20 Jahren Pause folgte dann 2008 “Das Königreich des Kristallschädels”, in dem ein älterer Indy gegen sowjetische Agenten antritt - die Story spielte diesmal in den 1950ern. Den Abschluss bildete “Das Rad des Schicksals” (2023), was die Geschichte endgültig zu Ende erzählt. Durch alle Filme hindurch blieb eines konstant: Harrison Ford in der Hauptrolle - mit Hut, Peitsche und seinem unverwechselbaren, schiefen Grinsen.
Indy gibt's nicht nur im Kino
Indiana Jones blieb nie auf die große Leinwand beschränkt. Von 1992 bis 1996 zeigte die TV-Serie “The Young Indiana Jones Chronicles”, wie aus dem Jungen ein Held wurde. Dazu kommen zahlreiche Comics, Romane und Videospiele, wie das 2024 erschienene Titel “Indiana Jones and the Great Circle”. Auch in Freizeitparks ist Indy präsent: In Disneyland, Tokyo DisneySea und Disneyland Paris gibt es eigene Indiana-Jones-Attraktionen. Im Disney's Hollywood Studios läuft seit 1989 die Live-Show “Indiana Jones Epic Stunt Spectacular!” - sie zeigt Besuchern, wie die legendären Stunts aus den Filmen funktionieren.
Die Identifikationsfigur
Was macht Indiana Jones so besonders? Es ist wohl die Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit. Produzent Frank Marshall brachte es auf den Punkt: Indy macht Fehler, er wird verletzt - er ist kein Superheld, sondern ein echter Mensch. Genau das macht ihn so nahbar. Das American Film Institute wählte ihn 2003 zum zweitgrößten Filmhelden aller Zeiten. Das Empire Magazine kürte ihn sogar zum größten Filmcharakter überhaupt. 45 Jahre nach seinem ersten Auftritt ist Indiana Jones noch immer das, was er immer war: ein Abenteurer, dem man einfach folgen möchte - egal wohin die Reise geht.
Und tatsächlich scheint auch die Kino-Reise des Helden noch nicht vorbei zu sein. Gerüchten zufolge befasst man sich bei den Disney Studios schon länger mit einer Neuauflage aus dem “Indyversum”. Die dürfte allerdings ohne den gewohnten und geschätzten Harrison Ford in der Rolle des Indiana Jones vonstattengehen - der Schauspiel-Methusalem hat sich nach dem letzten Streifen von seiner Paraderolle verabschiedet. Aber in Hollywood sollte man ja niemals nie sagen…