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> Die größten Grand Prix-Gurken der 80er im Video
17.04.2026, 10:17 Uhr
Schräge ESC-Auftritte im Video -
Loser, Langweiler und Lachnummern
© 80er-Radio harmony mit KI
Er hat uns Weltstars wie ABBA, Johnny Logan oder Céline Dion geschenkt, gleichzeitig ist der Eurovision Song Contest jedes Jahr ein fröhliches Fremdscham-Feuerwerk. Manche Songs sind gähnend monoton, manche Stars überzogen gut drauf und manche Shows wirken wie ein Fiebertraum. Am Ende haben sie aber doch eins mit den großen ESC-Stars gemeinsam: sie unterhalten uns bis heute. Moderator Jonas Neureither stellt euch hier besonders “bemerkenswerte” Beiträge vor - von punktlosen Versagern bis zu grandiosen Gurken.
Irland 1989
Er wollte uns allen mal sein wahres Ich zeigen: der irische Sänger Kiev Connolly brachte den Song “The real me” an den Start. Mit seiner Gruppe The Missing Passengers war der Mann aus dem nördlichen Teil der Inselrepublik vor allem in Deutschland schon ein bisschen bekannter. Von 1978 bis 1987 lebte Connolly bei uns und arbeitete als Studiomusiker und Produzent in West-Berlin. Seine Gruppe hatte in der Zeit mehrere Auftritte im deutschen Fernsehen. Und immerhin: vier Punkte haben wir am 6. Mai 1989 für den Hünen mit Pferdeschwanz locker gemacht. Ansonsten dürfte der Ire die Punktevergabe beim ESC in Lausanne nicht ganz so gut in Erinnerung behalten haben - mit schwachen 21 Punkten sortierte sich sein Beitrag am Ende auf Platz 18 von 22 ein.
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Zero Points, die größten Grand Prix Gurken der 80er. Ohne zu übertreiben, 1989 war eins der verrücktesten Jahre in der Eurovision-Geschichte. Zwei Länder hatten Minderjährige am Start, eine Wilhelm-Tel-Show-Einlage, die ist schiefgegangen, mit Apfel vom Kopf schießen, ja. Und am Ende hat zum ersten und einzigen Mal Jugoslawien gewonnen. Aber um Sieger und tolle Songs soll es ja hier nicht gehen, wir schnappen uns lieber das Teil. I call my baby and she tells me that she's leaving and it's time for boo. Die ganze Kapelle lässt es krachen. Von Takt 1 an, alle haben Spaß, nur einer hat da irgendwie das Memo nicht gelesen, der Sänger selbst. Ryo-me, it's the Ryo-me, Ryo-me, it's the Ryo-me. Boah, da war doch mal ein kurzes Lächeln. Dazu ein zaghaftes Left-Tap, Right-Tap, mehr ist für den Sänger Kiev Connolly nicht drin. Der Mann durfte 1989 die ESC-Größe Irland vertreten. Look to me, this girl to me. Mit dem Song The Real Me, der Riese mit dem XL-Sacko und dem Pferdeschwanz. Na, er wirkt trotzdem eher wie so ein Schuljunge. Eine Performance, die nur zu Platz 18 von 22 reicht. Und für den Beweis, das Wort Rain hat viel Sinn. Die größten Grand Prix-Gurken der 80er, nur bei Harmonie.
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Hier gibt es die “Zero Points”-Folge über Kiev Connolly zum Nachhören. Wir vergeben 7 von 10 Gurken!
Norwegen 1981
Mit Agnetha und Annifrid von ABBA haben später noch echte ESC-Größen diesen Song hier erfolgreich neu aufgelegt - entweder trotz oder gerade wegen seiner miesen Grand Prix-Leistung. Mit “Aldri i livet” (zu Deutsch: "Niemals im Leben") trat Blondschopf Finn Kalvik für sein Heimatland an. Auch sein Starstatus in Norwegen konnte ihm aber nicht helfen - der Abend in Dublin endete desaströs. Mit null Punkten blieb dem Chansonnier nur der letzte Platz im Feld. Immerhin: die Skandinavier waren zu dem Zeitpunkt schon leidgeprüft - seit 1973 hatte es keine einstellige Endplatzierung mehr gegeben.
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Zero Points, die größten Grand Prix Gurken der 80er. Der internationale Ländercode für Norwegen, dieses internationale Kürzel, es lautet N-O, No. Und laut und bestimmt rufen wir jetzt mal No in Richtung Finn Kalvik. Der junge Mann aus Norwegen hat 1981 seine Heimat vertreten und ja, irgendwie muss der mal raus aus seiner Lethargie. Ein blonder Prinz Eisenherz, schulterlanges Haar, verträumter Blick und Bewegungsintoleranz. Die Beine artig übereinander geschlagen, da sitzt er und zupft die Seiten. Auch wenn der Song zwischendurch dann doch daherkommt wie das Intro einer Vorabend-Kinderserie. Aldri, I live it, niemals im Leben, so der Titel des Songs, niemals im Leben hören wir den wieder. Finn Kalvik und seine Akustikgitarre, sie bleiben problematisch. Und bloß an diesem Aprilabend 1981 letzter Platz. Immerhin, seitdem gibt's ein verschreibungsfreies Schlafmittel mehr in der Hausapotheke. Es geht von dir, du hast Lach. Was? Ja, ich bin wach. Die größten Grand Prix Gurken der 80er, nur bei Harmonie. Harmonie!
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Hier gibt es die “Zero Points”-Folge über Finn Kalvik zum Nachhören. Wir vergeben 9 von 10 Gurken!
Luxemburg 1987
Die hier waren alles andere als leidgeprüft: Luxemburg hatte schon fünf Grand Prix-Siege in den Geschichtsbüchern stehen, als 1987 Plastic Bertrand ran durfte. Der Belgier trat zwar für den kleineren Nachbarn im Süden an, das allerdings vor heimischem Publikum in seiner Geburtsstadt Brüssel. Ja, das hätte als gutes Omen gelten können - mehr als das war's dann aber auch nicht. Mit vier dünnen Pünktchen standen Plastic Bertrand und sein Titel “Amour amour” nur knapp vorm Totalausfall. Der eigentlich international bekannte Musiker, Schauspieler und Entertainer musste als Vorletzter wieder nach Hause fahren… äh zu Hause bleiben!
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Zero Points, die größten Grand Prix Gurken der 80er. Die Karriere des Blondschopfes ist ins Stocken geraten. Kein Grund für Trübsal bei Plastic Bertrand mit schwarzem Shirt, schwarzer Hose und knallmagenta Blazer. Da stürmt er die Bühne. Hüpfend, hoppelnd, als hätte sich David Hasselhoff im heißen Sand von Malibu Beach die Füße versenkt. Sportlich, ja, musikalisch aber eher so Prädikat einerlei. Amour, Amour, eine Ode an die Lippen. Liebe höchst selbst, naja. Trotz energetischem Vortrag, vier magere Zähler. Gerade so vorletzt das. Ne, mein Lieber, da lief gar nix. Die größten Grand Prix Gurken der 80er. Nur bei Harmonie.
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Hier gibt es die “Zero Points”-Folge über Plastic Bertrand zum Nachhören. Wir vergeben 7 von 10 Gurken!
Türkei 1983
Mal wieder eine Nulpe: Cetin Alp and the Short Waves blieben beim zweiten Grand Prix auf deutschem Boden punktlos. In der Münchner Rudi-Sedlmayer-Halle feierte die Türkei bereits ihre siebte ESC-Teilnahme. Eigentlich ein guter Anlass, um den Fluch der Schwarzmeer-Nation zu brechen - bislang waren die Türken nie besser als Platz 15 gewesen. Aber für den gut gelaunten Anatolier Alp stand nur während seiner eigenen Performance Party auf dem Plan - er und sein Song “Opera” grüßten am Ende vom geteilten letzten Platz. Sein Trost: während Eurovisionsteilnehmer in der Türkei oft schnell in Vergessenheit geraten, erfreute er sich weiterhin großer Bekanntheit - wenn auch als Verlierer schlechthin.
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Hier gibt es die “Zero Points”-Folge über Cetin Alp zum Nachhören. Wir vergeben 8 von 10 Gurken!
Finnland 1980
Am 19. April 1980 war es soweit: endlich startete auch der ESC in ein neues Jahrzehnt. Das ganze hieß an diesem Tag “Eurovisie Songfestival” und fand in Den Haag statt - dank Vorjahressieger Niederlande. Aber das hier ist keine Rubrik für Gewinner, sondern vor allem für die erfolglosen, aber dennoch unterhaltsamen Songs des Wettbewerbs. Und aus der Sicht gab der Finne Vesa-Matti Loiri schon eine top Figur ab. Als Schauspieler und Kabarettist wusste der Mann aus Helsinki schon seit den 60ern, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Diese Qualität dürfte ihm als Musiker auf der Grand Prix-Bühne geholfen haben: mit dem Song “Huilumies” (zu Deutsch: “Flötenspieler”) flötete er sich fröhlich zu faden sechs Punkten - Letzter!
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Zero Points, die größten Grand Prix-Gurken der 80er. Die Startnummer vielversprechend, schön glatt, rund und auch noch eine Glückszahl. An 10. Stelle durfte der sympathische Finne Vesa Matiloiri singen, damals beim Eurovision Song Festival 1980 in Den Haag. Ach, kleiner Spoiler vorweg, der Abend endete für den gut gelaunten Bassbariton abgeschlagen auf Platz 19 von 19. Und das als Star im Heimatland, bekannt aus Funk und Fernsehen. Was ist denn da passiert? Ui Lumi ist der Flötenspieler, so der Titel der schwungvollen Blas- und Spaßkantate. Ein Anzug weiß wie die finnische Tundra und ein weit aufgeknöpftes Hemd in Burgunderrot. Die sollten dem Publikum auch optisch die gebotene Lässigkeit signalisieren. In Erinnerung bleibt dagegen, silberstrahlend, die Querflöte in der Hand des Sängers. Passend, könnten wir denken, bei diesem Songtitel. Trotzdem, der heitere Herr aus Helsinki, er ist damit mehr am Wählen als am Spielen. Nur dreimal kurz, da setzt er an. Ja, da kann man auch mal klatschen. Ein Stöhnen beim Flöten, ob ihm da einfach die Luft weggeblieben ist oder ob er den Auftritt, so richtig geil fand, das wird sein Geheimnis bleiben. Weser Matiloiri im Jahr 1980, ein sang- und klangvoller letzter Platz für Finnland. Die größten Grand Prix Gurken der 80er, nur bei Harmonie.
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Hier gibt es die “Zero Points”-Folge über Vesa-Matti Loiri zum Nachhören. Wir vergeben 9 von 10 Gurken!