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Corona-Virus: Die wichtigsten Fakten

Corona-Virus - Die wichtigsten Fakten zum Lungen-Infekt

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WIE VERBREITET IST DAS VIRUS AKTUELL?

Nach einem weiteren Nachweis ist die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle in Deutschland auf 14 gestiegen. Der Erreger wurde bei der Frau eines Infizierten aus Bayern nachgewiesen, wie das bayerische Gesundheitsministerium mitteilte. Die Frau werde medizinisch überwacht und ist in der München Klinik Schwabing isoliert. Weitere Einzelheiten teilte das Ministerium nicht mit.

Damit gibt es in Bayern zwölf Fälle, alle stehen in Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto. Dort hatten sich Mitarbeiter bei einer Kollegin aus China angesteckt. Deutschlandweit gibt es nun 14 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert haben. Bei zwei von ihnen wurde das Virus nachgewiesen, nachdem sie mit einem Flug der Bundeswehr aus China nach Deutschland geholt worden waren.

Die Zahl der Ansteckungen in China liegt derzeit bei mehr als 31.000. Die Zahl der Todesfälle stieg auf mehr als 630.

WAS IST DAS FÜR EIN VIRUS?

Es handelt sich um eine Lungenkrankheit. Ausgebrochen ist sie zuerst in China, vermutlich auf einem Lebensmittelmarkt in Wuhan. Dort sprang die Variante des Corona-Virus wohl von Wildtieren auf Menschen über. Der Erreger ähnelt dem des gefährlichen Sars-Infekts, der 2002 erstmals diagnostiziert worden war. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wird etwa ein Viertel der gemeldeten Corona-Fälle schwer krank. Bei den bisherigen Todesopfern soll es sich vor allem um ältere Patienten handeln, die schon durch Vorerkrankungen geschwächt waren. Weiterführende Infos bieten die Weltgesundheitsorganisation, das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten und das Robert-Koch-Institut.

WAS SIND DIE SYMPTOME?

Typische Anzeichen sind Atemnot, Lungenschmerzen, Husten und hohes Fieber. Das Virus kann eine Lungenentzündung auslösen. In vielen Fällen verläuft die Krankheit aber offenbar auch so mild, dass die Betroffenen es nicht bemerken. Eine Schutzimpfung gibt es bisher nicht, die Symptome können aber mit Medikamenten abgemildert werden.

WIE LÄUFT DIE DIAGNOSE?

In verschiedenen Laboren in Deutschland (u.a. Virologie der Universitäten in Marburg und Frankfurt) steht ein Testverfahren zur Verfügung. Damit kann das Virus in den Atemwegen nachgewiesen werden. Der Test wird eingeleitet, wenn Symptome einer Lungenerkrankung vorliegen, wenn die erkrankte Person vor kurzem in einem Risikogebiet in China war und wenn ein Influenza-Schnelltest negativ verlief. Betroffene werden in der Regel in den Krankenhaus-Notaufnahmen oder in gesonderten Bereichen untersucht.

WER IST BESONDERS GEFÄHRDET?

Wie bei Grippeviren vor allem ältere und/oder bereits (schwer) erkrankte Menschen. Der erste gemeldete Tote hatte einen Tumor im Bauch und eine chronische Leber-Erkrankung. Weitere gestorbene Patienten hatten etwa eine Lungenkrankheit, Diabetes oder einen Schlaganfall. Weil das Virus aber neuartig und keineswegs harmlos ist, gibt es noch keine gesicherten Langzeiterkenntnisse.

WIE VERBREITET SICH DAS VIRUS?

Wahrscheinlich über die Atemwege - per Tröpfcheninfektion, so wie auch bei Sars oder Mers. Davon gehen Mediziner aus. Es laufen aber noch detaillierte Untersuchungen. Die genaue Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit, ist auch noch unklar. Sie könnte ebenfalls ähnlich sein wie bei Sars, also im Schnitt fünf Tage. Es gibt demnach vermutlich eine hohe Zahl von Menschen, die sich angesteckt haben könnten, aber noch nichts davon wissen - und dadurch den Erreger weitertragen könnten.

WELCHE GEGENMASSNAHMEN GIBT ES?

Forschungsinstitute rund um den Globus, darunter das Institut für Virologie der Uni Marburg, suchen mit Hochdruck nach einem Impfstoff gegen das neue Corona-Virus. Es dauere mindestens drei Monate, bis sich ein Impfstoff als wirksam erwiesen haben könnte, sagte der renommierte chinesische Epidemiologe Li Lanjun in einem Interview der Nachrichtenagentur Xinhua. Es seien bisher fünf Erregerstämme isoliert worden. "Zwei eignen sich sehr gut für die Entwicklung eines Impfstoffes."

In China sind Wuhan und die umliegende Provinz Hubei besonders schwer betroffen. Rund 45 Millionen Menschen wurden weitgehend abgeschottet. Flüge sowie der Nah- und Fernverkehr wurden ausgesetzt. Die Regierung in Peking hat Staatsbürgern geraten, Reisen ins Ausland vorerst zu verschieben.

An vielen Bahnhöfen und Flughäfen weltweit wird aktiv nach Infizierten gesucht. Immer mehr Länder wollen Staatsangehörige aus besonders betroffenen Regionen zurückholen.

WAS PASSIERT IN DEUTSCHLAND?

Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise für China weiter verschärft und rät jetzt offiziell von Reisen nach China ab. Vor der besonders betroffenen Region um die Stadt Wuhan wird ausdrücklich gewarnt. Mittlerweile hat die Weltgesundheits-Organisation den internationalen Gesundheitsnotstand erklärt. Dadurch müssen die Mitgliedsländer empfohlene Krisenmaßnahmen koordinieren.

Die Deutschen in der schwer von der neuen Lungenkrankheit betroffenen Metropole Wuhan in Zentralchina werden ausgeflogen. Die deutschen Konsularbeamten vor Ort haben die Betroffenen informiert, dass sie am Samsag (1.2.) zum Flughafen kommen sollen, um nach Frankfurt geflogen zu werden, wie ein deutscher Ingenieur telefonisch der Deutschen Presse-Agentur in Peking berichtete. Nach dpa-Informationen sollen rund 130 Menschen zurückgeholt werden - rund 90 deutsche Staatsbürger und etwa 40 Angehörige mit anderer Staatsangehörigkeit. Sie kommen nach der Landung zwei Wochen in Quarantäne im Luftwaffenstützpunkt Germersheim in Rheinland-Pfalz.

In Deutschland sind sechs Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt. Dabei handelt es sich in fünf Fällen um Mitarbeiter des oberbayerischen Autozulieferers Webasto, die sich am Firmensitz in Gauting nahe München angesteckt hatten. Der sechste Fall ist das Kind eines infizierten Mitarbeiters. Dort hatte eine aus China angereiste Kollegin, die mit dem Virus infiziert war, an einer Schulung teilgenommen. Sie hatte sich bei ihren Eltern in der schwer betroffenen chinesischen Metropole Wuhan angesteckt. Webasto schließt seinen Stammsitz bis Sonntag (2.2.).

WIE IST HESSEN VORBEREITET?

Der Frankfurter Flughafen zählt zu den deutschen Flughäfen, die angesteuert werden, wenn sich ein infizierter Passagier an Bord befinden sollte und isoliert werden muss. Nach Einschätzung des Hessischen Sozialministeriums besteht bisher aber nur ein mäßiges Risiko der Einschleppung des Virus, "da es keine Direktflüge aus der betroffenen Region nach Frankfurt gibt und die chinesischen Behörden [...] massive Ausreiseverbote verhängt haben." Trotzdem hat das Ministerium den öffentlichen Gesundheitsdienst informiert, an den sich Krankenhäuser und Ärzte jederzeit zur Beratung wenden können. Außerdem seien am Flughafen Frankfurt "Maßnahmen zur Untersuchung und Behandlung von Verdachtsfällen [...] etabliert."

Der Evakuierungsflieger, der rund 100 Deutsche aus Wuhan ausgeflogen hatte, ist deshalb ebenfalls in Frankfurt gelandet. 

Der Medizintechnikhersteller B. Braun aus Melsungen hat ein Notfallkomitee für die Standorte in China eingerichtet, sagte uns Unternehmenssprecher Wolfgang Schrammel. Die Gesundheit der Mitarbeiter werde engmaschig überwacht, außerdem dürften sie versttärkt von zuhause arbeiten. Zusätzlich hat das Unternehmen mittlerweile eine Reisewarnung an seine Mitarbeiter herausgegeben: Mitarbeiter sollten Flüge meiden, heißt es.

Auch im angrenzenden harmony.fm-Land ergreifen die Firmen Maßnahmen, wie der Spezialglashersteller Schott in Mainz. Der Großkonzern hat zwei Produktionsstätten und ein Vetriebsbüro in China, etwa 800 Kilometer von Wuhan entfernt. Fast 1.600 Mitarbeiter arbeiten dort insgesamt. Das Unternehmen lässt seine Mitarbeiter nur noch dienstlich verreisen, wenn es nicht anders geht, sagte uns der Marketing-Vize-Chef Salvatore Ruggiero: 

Corona-Virus: Die wichtigsten Fakten

Salvatore Ruggiero, Vize-Marketingchef des Mainzer Großkonzerns Schott, zu Reiserichtlinien und Vorkehrungen:

© harmony.fm

Die werksähnlichen Dienste des weltweit arbeitenden Schott-Konzerns arbeiten an allen Standorten eng mit den Krankenhäusern vor Ort zusammen, um bei möglichen Krankheitssymptomen sofort reagiern zu können. 

Auch die Deutsche Bank mit Sitz in Frankfurt hat nach eigenen Angaben mehrere hundert Mitarbeiter in China. Diese hätten Hygiene-Hinweise erhalten, zum Beispiel zum Händewaschen und zu sofortigen Arztbesuchen bei Krankheitssymptomen. Es gebe aktuell keine Überlegung, die Mitarbeiter abzuziehen. Aber es gebe eine Empfehlung an Mitarbeiter, anstehende China-Reisen vorerst zu verschieben.

Der Pharma-Konzern Merck ist mit allen drei Geschäften in China vertreten und beschäftigt dort rund 4.000 Mitarbeiter - allerdings gibt es keinen Produktionsstandort in der Stadt Wuhan oder der Provinz Hubei. Merck beschäftigt dort eine geringe Anzahl von Mitarbeitern, die überwiegend Vertriebsaufgaben wahrnehmen. Auf harmony.fm-Anfrage sagte uns ein Firmensprecher: "Wir haben diese gezielt informiert und ihnen empfohlen, in den nächsten 14 Tagen vorsichtshalber im Home Office zu arbeiten und auftretende Symptome umgehend zu melden sowie medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wir beobachten die Situation kontinuierlich und sind in Kontakt mit den Behörden vor Ort. Darüber hinaus empfehlen wir unseren Mitarbeitern weltweit, im Februar auf Reisen nach China zu verzichten bzw. diese vorerst zu verschieben."

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