Nachrichten > Rhein-Main, Wiesbaden/Mainz, Top-Meldungen >

Stadt Frankfurt stellt Strafanzeige gegen Awo

Großrazzia bei der Awo - Stadt stellt Strafanzeige

© dpa

Die Staatsanwaltschaft durchsuchte heute Privaträume und Büros von verantwortlichen der Arbeiterwohlfahrt in Frankfurt und Wiesbaden

Ermittelt wird schon seit Monaten, am Morgen stehen Polizei und Staatsanwälte vor den Türen mehrerer Awo-Verantwortlicher. Es geht um Betrugs- und Untreue-Vorwürfe.

Mehr als 80 Beamte von Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Dienstagmorgen mehrere Wohnungen und Büros von Verantwortlichen der Frankfurter und der Wiesbadener Arbeiterwohlfahrt (Awo) durchsucht. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft teilte mit, Durchsuchungen liefen in sechs Privatwohnungen und acht Geschäftsräumen in Frankfurt, Wiesbaden, Berlin, Bad Schwalbach (Rheingau-Taunus-Kreis) und Schöneck (Main-Kinzig-Kreis).

Ermittlungen wegen Betrugsverdacht

In dem Ermittlungsverfahren, das durch eine anonyme Strafanzeige und Berichterstattung in den Medien in Gang gekommen sei, gehe es um Betrug zum Nachteil der Stadt Frankfurt, hieß es weiter. Die Untersuchung habe den Betrieb von zwei Flüchtlingsunterkünften und "insoweit falsch abgerechnete Personalkosten im hohen sechsstelligen Bereich" zum Gegenstand, hieß es.

Geschäftsunterlagen sichergestellt

Zum anderen bestehe der Verdacht der Untreue zum Nachteil der Awo wegen der Vereinbarung und Entgegennahme satzungswidriger Vergütungen beziehungsweise ungerechtfertigter Honorarzahlungen sowie der Gewährung einer überhöhten Dienstwagenpauschale. Die sechs Awo-Verantwortlichen hätten bei der Organisation in Frankfurt beziehungsweise Wiesbaden - teilweise in beiden Kreisverbänden gleichzeitig - zum Teil ehrenamtlich in leitende Funktionen gehabt. Im Zuge der Durchsuchungen seien zahlreiche Geschäftsunterlagen in schriftlicher und elektronischer Form sichergestellt worden.

Stadt stellt Strafanzeige

Die Stadt Frankfurt hat unterdessen Anzeige gegen den Kreisverband Frankfurt gestellt. Anlass seien die Durchsuchungen in Geschäftsräumen und Privatwohnungen von Verantwortlichen der Awo, sagte eine Sprecherin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU). Auch die Äußerungen der Staatsanwaltschaft, wonach der Stadt Frankfurt durch unrichtige Personalkostenabrechnungen ein Schaden im hohen sechsstelligen Bereich entstanden sein könnte, hätten die Anzeige bewirkt. "Da wir bislang noch keine Akteneinsicht erhalten und keine näheren Kenntnisse über Umfang des voraussichtlichen Schadens und beteiligte Personen haben, stellen wir vorsorglich Strafanzeige und Strafantrag aus allen rechtlichen in Betracht kommenden Gründen", sagte Birkenfeld laut Mitteilung.

Mehr von harmony.fm

Für Ihren Feierabend Kulthit-Voting

Sie entscheiden, welcher Song bei harmony.fm nach den 18-Uhr-Nachrichten läuft.

Dürfen wir uns vorstellen? Über harmony.fm

Die großen Hits aus einer guten Zeit, das ist harmony.fm. Hier erfahren Sie mehr über uns und unsere Musik.

nach oben