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Rhein-Main: Fast jede zehnte S-Bahn zu spät

Rhein-Main-Gebiet - Fast jede zehnte S-Bahn zu spät

© dpa

Symbolbil

Die S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet sind auch im vergangenen Jahr nicht pünktlicher geworden. Nach Angaben der Deutschen Bahn und des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) lag der Durchschnittswert bei 92 Prozent - wie bereits 2018 und 2017. Angestrebt habe man erneut ein Ziel von 96 Prozent, sagte eine RMV-Sprecherin.

Viele Notarzt- und Polizeieinsätze

Nach Angaben der Deutschen Bahn waren die Züge im vierten Quartal des vergangenen Jahres besonders verspätet. Verantwortlich seien vor allem externe Störungen gewesen. Notarzt- und Polizeieinsätze sowie Personen im Gleis hätten in verschiedenen Wochen für mehr als 40 Prozent aller Störungen gesorgt.

Linie S2 am unpünktlichsten

Im Dezember lag der Wert demnach nur bei 89 Prozent. Mit 83 Prozent war nach RMV-Angaben die Linie S2 zwischen Niedernhausen und Dietzenbach in dem Monat am unpünktlichsten. Der RMV macht dafür eine Langzeitbaustelle in Niedernhausen verantwortlich. Auch die Linien S8 und 9 zwischen Hanau und Wiesbaden schnitten mit 84 Prozent schlecht ab. Laut RMV lag das an den inzwischen abgeschlossenen Arbeiten der neuen S-Bahn-Station Gateway Gardens.

Im Kampf um mehr Pünktlichkeit setzen Bahn und RMV weiter auf Einstieglotsen, schnellere Ein- und Ausfahrtgeschwindigkeiten und die Anschaffung zusätzlicher Züge. Türen am Ende der Bahnsteige im Tunnel unter Frankfurt sollen verhindern, dass Menschen auf die Gleise gelangen.

"Netz ist völlig überlastet"

Für den Fahrgastverband Pro Bahn reicht dies nicht aus. Landessprecher Thomas Kraft sagte, man habe zu lange nicht "in die eigentliche Sache" investiert. "Das Netz ist völlig überlastet", sagte Kraft. Es gebe zu wenige Reservefahrzeuge, nach seiner Einschätzungen etwa fünf bis zehn Prozent. Mindestens 20 Prozent seien erforderlich, um reparaturbedürftige Zugteile zu ersetzen. Denn fahre eine S-Bahn mit zwei statt drei Zugteilen, verursache dies bereits Verspätungen.

Im S-Bahn-Tunnel laufe der innerstädtische Betrieb zwar besser. Insbesondere oberirdische Streckenabschnitte, die sich Nah- und Fernverkehr teilen müssten, seien aber nach wie vor besonders störanfällig, sagte Kraft.

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