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19 Kinder getötet - Texas-Amokläufer schrieb mit Teenager in Frankfurt

19 Kinder in Texas getötet - Täter schrieb mit Teenager in Frankfurt

Der Amokläufer in Texas hatte kurz vor der Tat offenbar Kontakt zu einem Mädchen in Frankfurt. Wie der US-Fernsehsender CNN berichtet, hatte der 18-Jährige sich in den vergangenen Wochen mit der 15-Jährigen per Chat angefreundet. In einer Grundschule tötete der Amokläufer 19 Kinder und zwei Lehrer, bevor er von der Polizei erschossen wurde.

Die 15-Jährige aus Frankfurt soll seit Anfang Mai in Kontakt mit dem Schützen gestanden haben, wie der Sender unter Berufung auf Chatprotokolle und ein Gespräch mit dem Teenager berichtete. Der Schütze schickte dem Sender zufolge auch Videos von sich an das Mädchen. "Er sah glücklich aus und fühlte sich wohl im Gespräch mit mir", zitierte CNN das Mädchen.

"Ich habe gerade meiner Oma in den Kopf geschossen"

Kurz vor der Tat soll er sich per Textnachricht über seine Großmutter beschwert haben. Dann habe er dem Mädchen mitgeteilt: „Ich habe gerade meiner Oma in den Kopf geschossen. Jetzt werde ich eine Grundschule zerschießen.“ Das sei die letzte Nachricht an das Mädchen aus Frankfurt gewesen. Die 66-jährige Großmutter überlebte.

"Jedes Mal, wenn ich mit ihm sprach, hatte er nie Pläne mit seinen Freunden", sagte das Mädchen CNN zufolge weiter. Der Großvater des Schützen sagte dem Sender ABC, dass sein Enkel nicht viel geredet habe. "Er war sehr ruhig."

Auch auf Facebook Tat angekündigt

Der Amokläufer hatte seine Pläne kurz vor der Tat auch auf Facebook angekündigt, wie der texanische Gouverneur Greg Abbott am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mitteilte. Ihm zufolge war der Schütze nicht vorbestraft. Es sei aber nicht sicher, ob der Amokläufer irgendwelche Eintragungen als Jugendlicher hatte. Das müsse noch ermittelt werde. Psychische Erkrankungen seien nicht bekannt, so Abbott.

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Kritik an der Polizei

Die Polizei gerät nach dem Blutbad in einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas wegen ihres Vorgehens während des Massakers unter Druck. Eltern werfen den Einsatzkräften vor, zu lange untätig gewesen zu sein und nicht rechtzeitig eingegriffen zu haben. Die Behörden bestätigten am Donnerstag, dass der Schütze rund eine Stunde in dem Klassenzimmer verbracht habe, in dem er auf die Schulkinder und Lehrerinnen schoss. Erst dann habe die Polizei den Raum betreten und den 18-Jährigen erschossen.

Debatte um schärfere Waffengesetze

Bei der Pressekonferenz mit dem republikanischen Gouverneur des Bundesstaats, Greg Abbott, kam es zum Eklat. Der Demokrat Beto O'Rourke unterbrach die Veranstaltung und kritisierte Abbott für seine Haltung zu den Waffengesetzen. Auch US-Präsident Joe Biden beklagte erneut das Ausmaß an Waffengewalt und kündigte an, die betroffene Gemeinde besuchen zu wollen.

Gouverneur: Psychische Erkrankungen sind Schuld

Abbott führte in der Pressekonferenz diese und ähnliche Taten nicht auf den leichten Zugang zu Waffen, sondern auf eine Zunahme von psychischen Erkrankungen zurück. Er lobte außerdem die Polizei und merkte an: "Die Realität ist, so schrecklich wie das, was passiert ist, es hätte schlimmer sein können." Der 64-Jährige ist ein ausgesprochener Befürworter von lockeren Waffengesetzen. Die Waffenlobby-Organisation National Rifle Association (NRA) plant an diesem Freitag ihre Jahresversammlung in Texas. Bei dem Treffen in Houston soll auch Bidens republikanischer Vorgänger Donald Trump sprechen.

Biden: "Ich habe es einfach satt"

Eine Verschärfung der Waffengesetze in den USA scheitert seit vielen Jahren an einer grundlegenden Uneinigkeit zwischen Demokraten und Republikanern in dieser Frage. Während viele Demokraten seit langem eine substanzielle Verschärfung der Vorschriften für Waffenbesitz im Land fordern, sind viele Republikaner vehement dagegen. "Ich habe einfach satt, was da vor sich geht", sagte Biden am Mittwoch und warb einmal mehr für eine Reform der Waffengesetze im Land. Viele Änderungen könnten einen Unterschied machen, ohne dass sich dies negativ auf den zweiten Verfassungszusatz auswirken würde.

Biden möchte Angehörige treffen

Das Recht auf Waffenbesitz in den USA ist in der Verfassung verankert. Der entsprechende Passus stammt aus dem 18. Jahrhundert. Biden betonte, bei der Verabschiedung des zweiten Verfassungszusatzes habe es bestimmte Waffen noch gar nicht gegeben. Dass ein 18-Jähriger heute einfach in ein Geschäft gehen könne, um Kriegswaffen zu kaufen, sei nicht richtig. "Das ist gegen den gesunden Menschenverstand." Der US-Präsident kündigte an, er wolle "in den nächsten Tagen" mit seiner Ehefrau Jill nach Texas reisen und sich dort mit Familien treffen.

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FBI: 61 Amokläufe im vergangenen Jahr

Im vergangenen Jahr zählte die US-Bundespolizei FBI 61 Amokläufe mit Schusswaffen in den Vereinigten Staaten. Das seien mehr als 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor, teilte das FBI in Washington mit. Seit 2017 habe sich die Zahl verdoppelt. 2021 seien bei Amokläufen 103 Menschen getötet und 140 verletzt worden. Auch das sei ein Anstieg um knapp 50 Prozent gegenüber 2020.

Fast immer waren laut FBI Männer die Schützen

60 der 61 Schützen waren den Angaben zufolge Männer. Das FBI nutzt für die Zählung eine strenge Definition: Es geht ausschließlich um Fälle, in denen ein Täter in der Öffentlichkeit auf Menschen schießt, um sie zu töten. Nicht beachtet werden klassische Kriminalfälle mit Waffengewalt oder etwa Schießereien unter Bandenmitgliedern.

Gesundheitsbehörde CDC: Statistisch über 120 Tote pro Tag

Das Ausmaß an Waffengewalt insgesamt ist in den USA ungleich größer. Es kommt regelmäßig zu tödlichen Vorfällen mit Schusswaffen, die dort leicht zu kaufen sind. Die Gesundheitsbehörde CDC verzeichnete in ihrer jüngsten Statistik aus dem Jahr 2020 insgesamt 45.222 Schusswaffentote in den USA - mehr als 120 Tote pro Tag.

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