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Auch in Hessen: Razzia wegen gefälschter Impfpässe

Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden - Razzia wegen gefälschter Impfpässe

© dpa

Symbolbild

Razzia in  vier Bundesländern wegen mutmaßlich gefälschter Impfausweise – auch in Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden wurden heute laut Polizei Wohnungen durchsucht. Rund 100 Personen sind im Visier der Ermittler.

Bei den Verdächtigen wurde nicht nur die Wohnung durchsucht – ihnen wurde auch Blut abgenommen, um ihren Impfstatus zu ermitteln. Die Ermittler stellten unter anderem Impfausweise und Smartphones sicher.

Impfbescheinigung ohne Impfung

Die Verdächtigen sollen gezielt einen Arzt in Bayern aufgesucht haben, der ihnen eine Impfbescheinigung ausgestellt haben soll, ohne sie zu impfen, so die Polizei. Den Verdächtigen droht eine Geldstrafe – oder bis zu ein Jahr Gefängnis.

Mehr als 200 Ermittler im Einsatz

Das Amtsgericht Augsburg hatte die Durchsuchungsbeschlüsse genehmigt. Die Ermittler waren mit mehr als 200 Beamten aus mehreren Bundesländern im Einsatz - die Bereitschaftspolizei unterstützte bei der Razzia.  Durchsuchungen gabe es auch in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Ermittlungen bereits seit Herbst

Bereits im Herbst 2021 war bekannt geworden, dass der Mediziner aus dem Landkreis Donau-Ries mehreren hundert Männern und Frauen falsche Impfbescheinigungen ausgestellt haben soll. Bei manchen Patienten soll der Mann eine Scheinimpfung vorgenommen haben und die Betroffenen darüber getäuscht haben, dass sie tatsächlich kein Vakzin erhalten haben.

Berufsverbot für Arzt

Das Gesundheitsamt hatte den Patienten deswegen anschließend angeboten, Antikörper-Tests machen zu lassen. Gegen den Arzt wurde vorläufig ein Berufsverbot verhängt. Das Landratsamt in Donauwörth hatte den Weiterbetrieb der Praxis bereits damals untersagt.

Eigene Ermittlungsgruppe gegründet

Schon im Oktober hatte es Hinweise darauf gegeben, dass impfskeptische Menschen von weit her gezielt in die Praxis gekommen sind, nur um sich eine Bescheinigung zu holen. Von dem Mediziner gab es damals keine Stellungnahme zu den Vorwürfen. Die Kripo in Dillingen hat eine eigene Ermittlungsgruppe gebildet, um die Vorgänge in der Hausarztpraxis aufzuklären.

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