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Schwere Vorwürfe gegen Kreis Ahrweiler nach Flut

Flutkatastrophe im Ahrtal - Schwere Vorwürfe gegen Kreis Ahrweiler

© dpa

Hat der rheinland-pfälzische Kreis Ahrweiler bei der Flutkatastrophe nicht schnell genug reagiert? Man habe den Krisenstab präzise gewarnt, sagt ein Sprecher des Landesamts für Umwelt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Mehrfach seien autmatisierte E-Mails verschickt worden, in denen über den erwarteten Pegelstand von fast sieben Metern informiert wurde. Gegen halb zehn abends sei die Kreisverwaltung auch direkt benachrichtigt worden, evakuieren ließ sie aber erst eineinhalb Stunden später. Für mehr als 130 Menschen im Ahrtal kam die Warnung zu spät. Sie starben in den Fluten. Der Landrat des Kreises Ahrweiler, Pföhler, warnt unterdessen vor schnellen Schuldzuweisungen.

Hilfsbereitschaft weiter groß

Auch zweieinhalb Wochen nach der Flutkatastrophe im Ahrtal ist die Hilfsbereitschaft ungebrochen. Am Samstag machten sich wieder zahlreiche freiwillige Helfer auf den Weg, um die Menschen dort zu unterstützen. Anders als vor einer Woche kam es jedoch laut Polizei zu keinen größeren Verkehrsstörungen. Die angebotenen Shuttle-Busse würden von den Helfern wie schon in den Tagen zuvor sehr gut genutzt, teilte die Polizei mit. In allen Bereichen des Ahrtals seien Polizeistreifen unterwegs, um rechtzeitig auf Verkehrsbehinderungen reagieren zu können.

Behelfsbrücke fertig

Viel Hoffnung setzen die Helfer in der Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler auf die neue Behelfsbrücke des Technischen Hilfswerks (THW), die am Samstag fertiggestellt wurde. "Wir geben der Region mit dieser ersten THW-Brücke über die Ahr einen wichtigen Verkehrs- und Versorgungsweg zurück", sagte THW-Vizepräsidentin Sabine Lackner am Samstag bei der Übergabe des Bauwerks an die Stadt. Sie sprach von einer "unglaublichen Leistung" der rund 80 Einsatzkräfte, die diese wichtige innerstädtische Verbindung in nur sieben Tagen errichtet hätten. Der Autoverkehr kann die Brücke voraussichtlich ab Montag nutzen, da erst noch die Auffahrten fertiggestellt werden müssen.

Mehr als 60 Brücken zerstört

Bei der Hochwasserkatastrophe am 14./15. Juli waren im Ahrtal mehr als 60 Brücken zerstört worden. In Bad Neuenahr-Ahrweiler blieb nur eine Brücke intakt. Die neue THW-Brücke wurde in Bad Neuenahr-Ahrweiler dort errichtet, wo vorher die Landgrafenbrücke gestanden hatte.
 

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