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Corona-Kontaktverfolgung wieder möglich

Auslastung der Gesundheitsämter - Corona-Kontaktverfolgung wieder möglich

© dpa

Symbolbild

Mit den drastisch steigenden Infektionszahlen im November und Dezember stießen einige Gesundheitsämter in Hessen aber an ihre Grenzen. Mittlerweile sieht man dort aber Licht am Ende des Tunnels. Dies ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Im Gegensatz zum Ende des vergangenen Jahres 2020 melden die Gesundheitsämter, dass insbesondere in den letzten zwei Wochen eine vollständige Kontaktpersonennachverfolgung in nahezu allen Ämtern möglich ist", teilte das hessische Sozialministerium mit.

Die Nachverfolgung der Infektionswege sei das maßgebliche Instrument zur Eindämmung der Pandemie. Schon Mitte Oktober hatte Sozialminister Kai Klose (Grüne) gesagt, dass die Belastung der Gesundheitsämter durch die Kontaktnachverfolgung auf einem außerordentlich hohen Niveau sei. Damals gaben Gesundheitsämter an, dass Corona-Infektionsquellen nicht mehr ermittelbar sind , die Inzidenz, die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, lag zu dieser Zeit in den Kommunen noch im zweistelligen Bereich. Anschließend nahmen die Neuinfektionen drastisch zu. Städte und Kreise meldeten Inzidenzen im deutlich dreistelligen Bereich.

Kassel: Kontakt-Verfolgung war über Weihnachten nicht möglich

Mittlerweile zeigt der seit Mitte Dezember laufende Lockdown mit umfangreichen Schließungen und auch vorübergehenden Ausgangsbeschränkungen Wirkung. Die Zahlen sinken. Bei der Kontaktnachverfolgung stockten die Kommunen personell auf, holten sich Hilfe und haben mittlerweile mehr Routine. "Das ist wirklich sehr erfreulich", sagte der Sprecher der Stadt Kassel, Claas Michaelis. "Die Infektionswege lassen sich wieder nachverfolgen." Dies sei um die Weihnachtstage nicht der Fall gewesen. In dieser Zeit seien fast 160 Mitarbeiter nur mit Kontaktverfolgung beschäftigt gewesen. Die Stadt Kassel war vor einigen Tagen hessenweit die erste Kommune, in der die Inzidenz wieder unter der niedrigsten Warnstufe von 35 lag.

Entspannung auch in Wiesbaden und Frankfurt

Auch in der Landeshauptstadt Wiesbaden entspannt sich die Situation. "Da mit den sinkenden Inzidenzen ebenfalls das diffuse Infektionsgeschehen zurückgegangen ist, können die Infektionswege mittlerweile wieder besser zurückverfolgt werden", teilte ein Sprecher mit.  Auch in Hessens größter Stadt Frankfurt gab es im November kurzzeitig bei Inzidenzen von 300 für zwei Wochen vorübergehend Probleme bei der Nachverfolgung. Jetzt ließen sich die Infektionswege besser verfolgen, allerdings habe man mit einer Aufstockung des Personals bis auf diese zwei Wochen zu jeder Zeit die neu gemeldeten Fälle zügig kontaktieren können. Aber: "Unabhängig von der Inzidenz gelingt es in weniger als 50 Prozent der Fälle, die Infektionsquelle ausfindig zu machen", teilte eine Sprecherin des Gesundheitsamtes mit. Gründe dafür seien die Zahl der vorangehenden Kontakte und die Tatsache, dass es asymptomatische Überträger gebe, die sich nicht identifizieren lassen.

Darmstadt hat Personal kräftig aufgestockt

Nach Auskunft des Magistrats von Darmstadt sollte eine Nachverfolgung unter einem Inzidenzwert von 50 grundsätzlich möglich sein. Die Angaben der Stadt verdeutlichen wie drastisch teils Personal in der Pandemie im Infektionsschutz aufgestockt wurde. Vor der Corona-Krise hätten dort fünf Vollzeitkräfte gearbeitet. Jetzt seien dort im Corona-Team rund 60 Fachkräfte, mehr als zehn Medizinstudenten, 25 Soldatinnen und Soldaten sowie einige vom Land und vom Landkreis abgeordnete Mitarbeiter.

Spezialsoftware im Einsatz

Im Odenwaldkreis und im Kreis Fulda, in denen die Inzidenzen zwischenzeitlich über dem Wert von 350 lagen, ist nach eigener Auskunft die Nachverfolgung mit zusätzlichen Mitarbeitern zu jeder Zeit gelungen. Auch im Kreis Groß-Gerau hieß es: "Wir konnten zu jedem Zeitpunkt seit dem zweiten Lockdown - auch unterstützt durch den Einsatz einer speziellen Fallbearbeitungs-Software - zeitnah die Kontaktpersonen ermitteln und ebenfalls unter Quarantäne stellen." Die Einschränkungen in Kitas und Schulen seien hier hilfreich gewesen.

Bundeswehr hilft in Gesundheitsämtern

Nach Angaben des Sozialministeriums sind derzeit gut 320 Angehörige der Bundeswehr in den hessischen Gesundheitsämtern für die Ermittlung von Infektionswegen im Einsatz. Zusätzlich unterstütze die Bundeswehr in Alten- und Pflegeeinrichtungen.

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