Webradio starten
ON AIR:
Nachrichten > Nordhessen, Osthessen, Mittelhessen, Top-Meldungen >

A49-Ausbau: Rodungsarbeiten Herrenwald

Umstrittener Ausbau der A49 - Rodungsarbeiten im Herrenwald

+++ Nach Abseil-Aktion: Verfahren gegen 19 Aktivisten +++

26.10.20, 23:57 Uhr

Nach der Blockadeaktion am 26. Oktober auf gleich drei Autobahnen gibt es Strafverfahren gegen 19 Aktivisten, teilte die Polizei mit. Sie müssten sich wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Nötigung verantworten. In den entstandenen Staus hätten sich mehrere Auffahrunfälle ereignet, bei denen es jedoch bei Sachschäden geblieben sei, so die Polizei. Mitten im Berufsverkehr hatten sie mehrere wichtige Verkehrsachsen im Rhein-Main-Gebiet blockiert. Sowohl auf der A3 bei Wiesbaden-Breckenheim, als auch auf der A661 bei Offenbach hatten sich Ausbaugegner der A49 von Brücken abgeseilt - genauso wie auf der A5 zwischen Zeppelinheim und dem Frankfurter Kreuz. Alle Details finden Sie hier.

+++ Nach Farb-Angriff auf Grünen-Geschäftsstelle noch keine heiße Spur +++

22.10.20, 06:53 Uhr

Nach dem Farb-Angriff auf die Landesgeschäftsstelle der hessischen Grünen fährt die Polizei mehrmals am Tag Streife vor dem Gebäude in Wiesbaden. Die Ermittlungen nach den Tätern der Farbschmierereien vor rund zwei Wochen liefen weiter auf Hochtouren, sagte eine Sprecherin der Polizei der Deutschen Presse-Agentur. Der ermittelnde Staatsschutz habe aber noch keine Verdächtigen gefasst.

Sieben bis acht maskierte Personen hatten laut Polizei die Außenwand des Gebäudes und den Boden davor unter anderem mit der Parole "Wald statt Asphalt" rot besprüht. Die Ermittler gingen davon aus, dass sich der Schriftzug auf den umstrittenen Ausbau der Autobahn 49 bezieht.

+++ Rodungsarbeiten am 21. Oktober störungsfrei, Besetzung auf einer Landstraße +++

21.10.20, 18:51 Uhr

Die Rodungsarbeiten im Herrenwald verliefen laut Polizei störungsfrei. Während des Einsatzes am Mittwoch kam es demnach nach derzeitigem Sachstand nicht zur Einleitung von Strafverfahren.

Parallel besetzten am Vormittag acht Personen im Bereich einer Baustelle auf der Landesstraße 3343 zwischen Dannenrod und Appenrod vier Baumaschinen einer Firma, die dort Wasserleitungen verlegt. Die Besetzung der dortigen Bagger und Radlader wurde durch die Polizei in Eilzuständigkeit als Versammlung eingestuft. Eine im weiteren Verlauf ergangenen Auflage an die Versammlungsteilnehmer, die Baumaschinen zu verlassen und ihren Protest an anderer Stelle fortzusetzen, wurde nicht befolgt. Die weiterhin dort verbliebenen Personen wurden durch speziell ausgebildete Polizeibeamte widerstandslos und sicher von den Baumaschinen gebracht.

+++ Rodungsarbeiten gehen östlich von Stadtallendorf weiter +++

21.10.20, 10:12 Uhr

Heute (Mittwoch) gehen die Rodungsarbeiten für den A49-Weiterbau östlich von Stadtallendorf weiter, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

+++ Bäume mit Stahlnägeln manipuliert +++

20.10.20, 21:56 Uhr

Die Rodungsarbeiten für den umstrittenen Lückenschluss der A49 gingen im Herrenwald weiter. Die Polizei ist bei ihrem Einsatz rund um den Weiterbau der Autobahn 49 auf mit Stahlnägeln gespickte Bäume gestoßen. Zahlreiche Bäume unter anderem im Herrenwald bei Stadtallendorf seien "gespiked" worden, teilte die Polizei mit. Das berge ein enormes Gefahrenpotenzial bei den Fällarbeiten, falls die Nägel nicht bemerkt würden, schrieben die Beamten auf Twitter.

Rund 50 Ausbaugegner hätten am Dienstag Bäume besetzt, erklärte die Polizei. Ein Großteil von ihnen sei durch Höhenrettungsteams sicher und unverletzt auf den Boden begleitet worden. Insgesamt 36 Menschen wurden laut Polizei in Gewahrsam genommen.

 

+++ Vereinzelte Barikaden +++

19.10.20, 19:51 Uhr

+++ Wieder Steinwürfe gegen Polizisten +++

19.10.20, 14:42 Uhr

Am Rande weiterer Rodungsarbeiten für den umstrittenen Lückenschluss der A49 in Mittelhessen sind am Montag erneut Polizisten mit Steinen beworfen worden. Von einer Barrikade am Herrenwald bei Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf) hätten Aktivisten Steine gegen die Einsatzkräfte geworfen, sagte ein Polizeisprecher. Getroffen oder verletzt worden sei dabei aber niemand. Insgesamt erteilte die Polizei nach eigenen Angaben rund 22 Aktivisten Platzverweise. Sie waren teils auf Bäume geklettert und wurden von den Beamten auf den Boden geholt, andere hielten sich in einem Camp auf. Nachdem ihre Identität festgestellt wurde, wurden sie gehen gelassen und bekamen Platzverweise.

Bereits am Wochenende waren Steine gegen Polizisten geflogen, zwei Beamte wurden verletzt. Auch ein Einsatzfahrzeug war mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen worden. Am Montag ketteten sich nach Angaben des Polizeisprechers zudem zwei Männer an einem umgekippten Viehwagen an. Sie wurden von den Einsatzkräften losgekettet, wie der Sprecher sagte. Im Zusammenhang mit der Räumung eines Camps am Nachmittag durchbrachen zudem 23 Personen eine Polizeiabsperrung. Acht der Ausbaugegner kletterten daraufhin auf einen Hochsitz und besetzten diesen. Einsatzkräfte nahmen schließlich elf Personen vorläufig fest und leiteten Verfahren wegen des Verdachts des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Landfriedensbruchs ein.

Auch ein Rettungshubschrauber war am Montag im Einsatz - allerdings weil einer der Beamten von einer Wespe in den Mund gestochen wurde und ärztlich versorgt werden musste.

+++ Trotz einiger Angriffe: Rodungsarbeiten verlaufen planmäßig +++

19.10.20, 10:30 Uhr

Trotz einiger Angriffe auf Polizeibeamte verliefen die Rodungsarbeiten am Wochenende planmäßig, sagte ein Polizeisprecher auf harmony.fm-Anfrage. Die Rodungsarbeiten seien weitestgehend störungsfrei verlaufen. Vereinzelt habe es Gegenwehr gegeben: Zwei Beamte haben Strafanzeige gestellt, nachdem sie mit Steinen beworfen wurden, so der Sprecher. Außerdem seien z.B. auch zwei Fahrzeuge durch sogenannte "Krähenfüße" beschädigt worden. Diese seien im Schlamm versteckt worden und sollten die Reifen zerstechen. Auch Nagelbretter sind nach Polizeiangaben festgestellt worden. Die Polizei setzt aber weiter auf eine kommunikative Linie und will ihre Maßnahmen nicht verschärfen. 

+++ Landstraße zwischen Stadtallendorf und Niederklein gesperrt +++

19.10.20, 10:18 Uhr

Die L3290 (Niederkleiner Straße / Allendorfer Straße) ist in Folge des Polizei-Einsatzes zwischen Stadtallendorf und Niederklein gesperrt, teilte die Polizei mit.

+++ Rodungsarbeiten für A49 erstmals auch am Wochenende +++

17.10.20, 20:08 Uhr

Begleitet von Protesten sind die Rodungsarbeiten für den umstrittenen Lückenschluss der A49 im Herrenwald bei Stadtallendorf erstmals auch am Samstag fortgesetzt worden. Nach Angaben der Polizei bewarfen etwa zehn Aktivisten Einsatzkräfte mit Steinen. Zwei Beamte wurden verletzt. Ein Einsatzfahrzeug sei mit Steinen und Feuerwerk angegriffen worden. Für Sonntag waren keine Rodungsarbeiten geplant.

+++  Keine Menschenketten in der Rodungszone - Gericht lehnt Eilantrag ab +++

16.10.2020, 16:30 Uhr

Menschenketten gegen die Räumung und Rodung des Waldes in den Rodungszonen, in Zusammnehang mit dem  A49-Weiterbau, dürfen nicht stattfinden. Das hat das Gießener Verwaltungsgericht entschieden. Aktivisten wollten mit verschiedenen Aktionen die Rodungsarbeiten unterbrechen. Nachdem das Regierungspräsidiums Gießen dies untersagt hatte, wollten die Umweltschützer durch mehrere Eilanträge dagegen gerichtlich vorgehen. Die Entscheidungen sind noch nicht rechtskräftig. 

+++ Fahrraddemo für 17. Oktober abgesagt +++

16.10.2020, 15:19 Uhr

Die angemeldete Raddemo am 17.10.2020 auf der A49 findet nicht statt. Die Polizei hat auf harmony.fm-Nachfrage bestätigt, dass die Anmeldung für die Demonstration zurückgezogen wurde. Die Aktivisten haben sie nach eigenen Angaben abgesagt, weil sie mit anderen Vorbereitungen beschäftigt sind. Sie planen demnach eine Raddemo "im größeren Stil", welche (unter Vorbehalt) am 31.10.2020 stattfinden soll. 

+++ Hessens Verkehrsminister Al-Wazir kritisiert Autobahn-Blockade-Aktion von A49-Gegnern +++

16.10.20, 08:03 Uhr

Ohne diese Aktion hätte es den Stau und damit den Unfall nicht gegeben, sagte Al-Wazir. Er könne nur hoffen, "dass dieser tragische Unfall dem Teil der Protestierenden, der sich immer weiter radikalisiert, zu denken gibt" und sich die Demonstranten auf friedliche Protestformen besinnen, die niemanden gefährden.

Die Ermittlungen gegen sieben Aktivisten dauern an, die am Dienstag die Autobahn 3 bei Idstein aus Protest gegen die Rodungen im Dannenröder Forst und Herrenwlad blockiert haben sollen. Gegen einen der Aktivisten sei Haftbefehl erlassen worden, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiesbaden mit. Der Haftbefehl sei dann aber außer Vollzug gesetzt worden. Gegen die Aktivisten wird wegen des Verdachts der Nötigung und der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt. Alle Infos hier:

+++ Zusammenfassung 15. Oktober: Rodungsarbeiten gehen weiter - Aktivisten blockieren VW-Werkes in Baunatal +++

15.10.20, 19:10 Uhr

Die Rodungsarbeiten begannen heute in den frühen Morgenstunden mit einem großen Polizeiaufgebot. Viele Aktivisten wurden aus den Gefahrenbereichen herausgebracht und ihnen ein Platzverweis ausgesprochen. Die heutigen Aktionen und Proteste verliefen aber größtenteils friedlich und gewaltfrei. Die Waldbesetzer brachten sich jedoch durch verschiedene Handlungen in große Gefahr. Zwei Personen, die einbetoniert und mit Stahlseilen befestigt waren, konnten befreit werden. Etwa 40 Personen, die sich in den Bäumen aufhielten, wurden durch Spezialkräfte gerettet.

Neun Aktivisten haben in den frühen Morgenstunden vor einem Haupttor das VW-Werkes in Baunatal ein sogenanntes Tripod aufgebaut, ein Banner aufgespannt und die Zufahrt blockiert. Das teilte die Polizei mit. Eingesetzte Polizeikräfte konnten kommunikativ auf die Personen einwirken, woraufhin diese den Platz verließen. An einer in der Nähe gelegenen Bushaltestelle meldeten die Aktivisten dann eine Mahnwache an.

+++ Zusammenfassung 14. Oktober: Aktivisten auf Harvester / gefährliche Gegenstände sichergestellt +++

14.10.20, 19:03 Uhr

Die Rodungsarbeiten im Herrenwald mussten laut Polizei gegen Mittag unterbrochen werden. Etwa 30 Aktivisten waren demnach in den Gefahrenbereich an der K12 eingedrungen. Drei Personen waren auf einen Harvester geklettert und hatten Sachschaden verursacht. Nach Aufforderung der Polizei verließen die Personen das Arbeitsgerät wieder freiwillig. Zwei Personen mussten durch ein Höheninterventionsteam aus Bäumen nach unten geholt werden. Alle Personen wurden von der Polizei, teilweise auch mit körperlicher Gewalt, aus dem abgesperrten Bereich herausgebracht. Die Rodungen wurden anschließend fortgesetzt. Gegen die Aktivisten wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Im südlichen Herrenwald haben Einsatzkräfte gefährliche Gegenstände (eine Axt, ein Messer, Knallkörper und Feuerwerk) gefunden und sichergestellt.

+++ Aktivisten-Camp im Herrenwald geräumt +++

13.10.20, 14:43 Uhr

Die Polizei hat am Dienstag ein Camp von A49-Gegnern im Herrenwald bei Stadtallendorf geräumt. Dabei wurde eine Person in Gewahrsam genommen, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Die Räumung des Gebietes, in dem weitere Rodungen für den Weiterbau der Autobahn 49 anstanden, hatte mehrere Stunden gedauert. Teilweise wurden die Aktivisten weggetragen. Es habe aber keine größeren Zwischenfälle gegeben. Mehrere Menschen hatten sich im Herrenwald bei Stadtallendorf auf zwei Plattformen in Höhe von sieben bis acht Metern aufgehalten. Sogenannte Höheninterventionsteams der Polizei waren den Angaben zufolge zur Räumung vor Ort.

+++ Schwerer Auffahrunfall auf blockierter A3 +++

13.10.20, 11:42 Uhr

Eine Blockade von Umweltaktivisten auf der A3 hat einen schweren Unfall ausgelöst. In der Vollsperrung ist ein Auto am Stauende auf einen LKW gefahren. Laut Polizei wurde der Autofahrer dabei am Kopf schwer verletzt. Er kam mit dem Hubschrauber in eine Klinik. Mehr dazu gibt es hier.

+++ Aktivisten seilen sich von Brücke ab, Vollsperrung auf A3 +++

13.10.20, 10:54 Uhr

Mehrere Aktivisten blockierten am Mittag die A3 bei Idstein. Etwa zehn Personen hielten sich dort im Brückenbereich auf und seilten sich zur Mittelleitplanke ab, teilte der Polizeisprecher mit. Die Autobahn sei in beide Richtungen voll gesperrt, es habe sich bereits ein Stau von mindestens sieben Kilometern in beiden Richtungen gebildet. Die Blockade stehe in Bezug zum Protest gegen die Rodung, hieß es weiter. 

+++ Polizei räumt Camp im Herrenwald +++

13.10.20, 09:00 Uhr

Die Polizei hat mit der Räumung eines Camps von Umweltaktivisten im Kreis Marburg-Biedenkopf begonnen. Mehrere Menschen hielten sich im Herrenwald bei Stadtallendorf auf zwei Plattformen in Höhe von sieben bis acht Metern auf, teilte ein Sprecher der Polizei am Dienst mit. Sogenannte Höheninterventionsteams der Polizei seien vor Ort.

+++ Auch in den nächsten Tagen Rodungen am Standort Herrenwald +++

12.10.20, 20:03 Uhr

Die Rodungen für den umstrittenen Lückenschluss werden auch in den nächsten Tagen im Bereich des Herrenwalds bei Stadtallendorf fortgesetzt, so die Projektgesellschaft DEGES. 

+++ Zusammenfassung der Polizei zum Einsatztag 12. Oktober +++

12.10.20, 19:47 Uhr

+++ Widerstand gegen Polizeibeamte - Polizei setzt Pfefferspray ein +++

12.10.20, 15:41 Uhr

Beim Einsatz bei in Stadtallendorf kontrollierten Polizisten am Mittag vor einem militärischen Sicherheitsbereich eine 14-köpfige Personengruppe. Ein Mann und eine Frau versteckten sich in einer Kuhle und wollten laut Polizei auch auf Aufforderung nicht heraus kommen. Als die Polizei den Mann aus seinem Versteck ziehen wollte, schlug dieser unvermittelt zu und traf einen Beamten mit der Faust im Gesicht. Bei der anschließenden Festnahme kam es zu einem Gerangel und in Folge des Widerstands zum Einsatz von Pfefferspray. Zwei Polizeibeamte erlitten hierbei Verletzungen. Der Angreifer blieb bis auf die Auswirkung des Pfeffersprays unverletzt. Bei allen durch das Pfefferspray Betroffenen wurden noch vor Ort die Augen ausgespült. Die kontrollierten Personen erhielten einen Platzverweis, gegen den Mann wurde Anzeige wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte erstattet.

+++ Spontandemo in Stadtallendorf +++

12.10.20, 11:46 Uhr

Aktuell gibt es eine sponane Demonstration in Stadtallendorf. Laut Polizei kann es zu kurzzeitigen Verkehrsbeeinträchtigungen auf der L 3269 zwischen Stadtallendorf und Niederklein kommen.

+++ Blockadeaktion bei Ferrero in Stadtallendorf +++

12.10.20, 08:33 Uhr

Eine Polizeisprecherin sagte zu harmony.fm, dass es aktuell eine Blockadeaktion bei Ferrero in Stadtallendorf geben würde. Demnach seien um kurz nach 8 Uhr etwa 35 Teilnehmende vor Ort gewesen. Bereits vergangenen Montag gab es eine Sitzblockade vor der Fabrik des Süßwarenherstellers. 

+++ Heute Rodungsarbeiten im Herrenwald +++

12.10.20, 08:29 Uhr

Heute gehen die Rodungsarbeiten im Herrenwald weiter, sagte ein Sprecher der zuständigen Baugesellschaft DEGES zu harmony.fm. Die Polizei werde vor Ort sein, sagte ein Sprecherin auf Anfrage.

+++ Nach Angriff auf Streifenwagen: Bekennerschreiben aufgetaucht +++

11.10.20, 14:53 Uhr

Nachdem Angriff auf ein Polizeiauto bei Lehrbach ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht, welches Bezüge zu den Protesten im Zusammenhang mit dem Ausbau der A49 herstellt. Die Polizei zitiert das Schreiben auf Facebook: "Wir wollen unseren Angriff auch als eine letzte Warnung an die Bullenschweine richten-wenn ihr euch weiter im oder am Wald aufhaltet und euch an ihm zu schaffen macht, werden wir unsere Angriffe intensivieren." Am Samstagabend hatten Unbekannte einen Streifenwagen mit Steinen und Farbbeuteln beworfen.

▬ Update Angriff auf Polizeifahrzeug▬ #DannenroederForst #A49 Gestern wurde ein Polizeifahrzeug, besetzt mit 4...

Gepostet von Polizei Mittelhessen am Sonntag, 11. Oktober 2020

+++ Angriff auf Streifenwagen der Polizei im Bereich des Klärwerks Lehrbach +++

10.10.20, 20:25 Uhr

Bei einem Waldgebiet in Lehrbach wurde ein von vier Polizisten besetzter Streifenwagen - mutmaßlich von Aktivisten - mit Steinen und Farbbeuteln attackiert. Mehrere Scheiben des Streifenwagens wurden dabei laut Polizei komplett zerstört, verletzt wurde aber niemand. Die vermummten Täter flüchteten zurück in den Wald.

+++ Fahrrad-Demonstration auf der A49 +++

10.10.20, 20:24 Uhr

Die erneute Fahrraddemo der A49-Ausbaugegner ist am Samstagmittag laut Polizei ohne Zwischenfälle verlaufen. Demnach waren bis 13 Uhr rund 50 Radler auf der A49 von Wabern bis Dannenrod unterwegs.

+++ Fridays for Future bildet Menschenkette am Verkehrsministerium +++

10.10.20, 14:59 Uhr

Mit einer Menschenkette am Bundesverkehrsministerium haben am Samstagmittag Hunderte Demonstranten eine Verkehrswende in Deutschland gefordert. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Aufgerufen zu den Protesten hatte demnach die Klimaschutzbewegung Fridays for Future, die zunächst keine eigenen Teilnehmerzahlen nannte. Die Teilnehmer reihten sich an einer roten Stoffbahn auf. Sie forderten einen stärkeren Ausbau von Bus- und Bahnverkehr bundesweit. Der kostspielige Neubau von Autobahnen wie der A49 in Hessen müsse gestoppt werden. Die Klimaschützer lehnen eine Abholzung des Dannenröder Waldes (Vogelsbergkreis) für die Schnellstraße ab. Die Baukosten in dreistelliger Millionenhöhe sollten stattdessen in den ÖPNV investiert werden. 

+++ Aktivisten blockieren Zentrale der Baufirma in Berlin +++

09.10.20, 12:26 Uhr

Aktivisten blockieren die Berliner Zentrale der für die A49 zuständigen Baufirma, DEGES. Die teilweise nackten Aktivisten protestieren vor dem Eingang mit Spruchbändern und Gesängen, wie in einem Livestream der Gruppe "Extinction Rebellion Deutschland" zu sehen ist. Extinction Rebellion ist nach eigenen Angaben "eine internationale gesellschaftspolitische Bewegung." Deren Ziel sei es, den für das Klima nötigen umfassenden und tiefgreifenden Wandel herbeizuführen. 

+++ Heute Rodungen östlich von Stadtallendorf - am Wochenende keine Rodungen +++

09.10.20, 09:43 Uhr

Heute werden östlich von Stadtallendorf Bäume gerodet – im Bereich des Bundeswehrgeländes, wie uns ein Sprecher der zuständigen Baugesellschaft DEGES auf Anfrage mitteilte. Es werden vor allem große Bäume gerodet, welche auf Grund des Umfangs nicht von den Baumfällmaschinen gefällt werden können. Am Wochenende finden keine Rodungsarbeiten statt, so der Sprecher. 

+++  Zentrale der Grünen mit Parolen besprüht +++

08.10.20, 23:57 Uhr

Die Parteizentrale der Grünen in Wiesbaden ist von mehreren Maskierten mit politischen Botschaften besprüht worden - offenbar im Zusammenhang mit dem Ausbau der A49. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen aufgenommen, sagte ein Polizeisprecher am Abend.

+++ Eine Woche nach Rodungsbeginn - ein Überblick +++

08.10.20, 15:49 Uhr

Die Rodungen für den Ausbau der A49, die einmal Kassel und Gießen direkter verbinden soll, hatten am Donnerstag vergangener Woche begonnen. In der ersten Woche sind etwa 8,5 Hektar Wald gefällt worden, sagte ein Sprecher der Projektgesellschaft Deges. Im Herrenwald bei Stadtallendorf (Kreis Marburg-Biedenkopf) wurden nach Angaben von Deges an den ersten Tagen knapp fünf Hektar Wald gefällt. Insgesamt sollen hier 49 Hektar gerodet werden. Im Maulbacher Wald bei Homberg (Vogelsbergkreis) fielen Bäume auf rund 3,5 Hektar. Im Danneröder Forst, der das Zentrum und das Symbol für die A49-Proteste ist, haben die Rodungen der 27 Hektar noch nicht begonnen. Insgesamt sollen für die geplante Trasse 85 Hektar Wald gefällt werden. Als Ausgleich sind Deges zufolge Ersatzmaßnahmen auf etwa 750 Hektar vorgesehen, unter anderem soll naturnaher Wald entstehen.

+++ Rodungen im Maulbacher Wald fast beendet +++

08.10.20, 09:23 Uhr

Die Rodungsarbeiten im Maulbacher Wald sind nahezu beendet, wie ein Sprecher der zuständigen Baugesellschaft DEGES auf harmony.fm-Anfrage mitteilte. Demnach stehen in dem Abschnitt heute nur noch kleine Restarbeiten an. Insgesamt wurde im Maulbacher Wald für den Ausbau der A49 eine Fläche von 3,5 Hektar gerodet.

+++ Zusammenfassung: Tag 5 der Rodungsarbeiten +++

07.10.20, 20:59 Uhr

Bei den Baumfällarbeiten im Maulbacher Wald haben die Einsatzkräfte insgesamt acht Gebilde entfernt oder zurückgebaut, darunter einen einsturzgefährdeten Hochsitz, von dem vier Personen geborgen wurden. Insgesamt hat die Polizei 14 Personen aus dem Wald geleitet, welche sich zuvor im Sicherheitsbereich befanden. Vereinzelt blockierten Ausbaugegnerinnen und -gegner Fahrzeuge. Zudem gab es verschiedene Versammlungen von Umweltaktivisten: Eine friedlichen Spontandemonstration von rund 15 Personen am Rastplatz Finkenwald an der Autobahn A5 verlief ohne besondere Zwischenfälle. Die Bewegung "Fridays for future" führte einen spontanen Aufzug in Stadtallendorf durch, der laut Polizei ebenfalls ohne besondere Vorkommnisse verlief.

+++ Maulbacher Wald: Heute noch Abschluss der Rodungen? +++

07.10.20, 14:23 Uhr

Widerstand in Bäumen und mit Musik: Begleitet von weiteren Protestaktionen wurden heute die Waldrodungen für den Lückenschluss der A49 fortgesetzt. Erneut konzentrierten sich Arbeiten, Proteste und Polizeieinsatz auf den Maulbacher Wald bei Homberg (Ohm). Ein Polizeisprecher sprach von einem friedlichen Verlauf.

Umweltschützer protestierten musizierend gegen die Rodungen, zudem kletterten Aktivisten wie schon in den vergangenen Tagen auf Bäume. Polizeibeamte waren damit beschäftigt, die Aktivisten aus dem Wald zu bringen und das Gebiet, wo gerodet werden sollte, zu räumen. Ob die Baumfällarbeiten in dem Bereich heute noch zum Abschluss kommen, war zunächst unklar.

Für den Nachmittag hatten Aktivisten einen "Waldspaziergang" angekündigt, der in Stadtallendorf starten sollte. In der Nähe der mittelhessischen Stadt liegt der Herrenwald, in dem ebenfalls Rodungen anstehen.

In der Nähe der A5 bei Mücke (Vogelsberg) kontrollierte die Polizei einem Sprecher zufolge eine Gruppe von etwa zehn Personen, die teils vermummt unterwegs gewesen seien. Es habe sich dann eine "Spontandemo" entwickelt.

+++ Zusammenfassung: Tag 4 der Rodungsarbeiten +++

06.10.20, 19:33 Uhr

Erneut seilten sich Autobahngegner von einer Brücke auf die A5 ab - die Autobahn wurde in beiden Richtungen für rund zwei Stunden voll gesperrt. Auch kam es wieder zu Protesten der Ausbaugegner während der Baumfällarbeiten im Bereich Maulbacher Wald. Laut Polizei sei festzustellen, dass A49-Gegner sich bei ihren Protesten vermehrt selbst in Gefahr bringen. Eine Baumbesetzerin versuchte etwa, sich die Hände vollständig mit Sekundenkleber zusammenzukleben, während sie einen Baum umklammerte. Seit Rodungsstart am 1. Oktober kam es insgesamt zu 161 Identitätsfeststellungen, bei denen die Personen zum Teil kurzfristig festgehalten und im Anschluss unmittelbar wieder entlassen wurden. Es kam darüber hinaus zu 24 vorläufigen Festnahmen. Es wurden 15 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten und insgesamt elf Strafanzeigen gefertigt sowie 4 Sicherstellungen.

+++ Aktivisten seilen sich über A5 ab +++

06.10.20, 14:00 Uhr

Aktivisten haben auf der A5 bei Grünberg für eine Vollsperrung und kilometer lange Staus gesorgt - indem sie sich von einer Brücke abseilten. Sie protestieren damit erneut gegen den Weiterbau der A49. Drei Aktivisten hingen an einer Fußgängerbrücke auf der A5 auf Höhe der Raststätte Rainhardtshain. Vier weitere haben ein Protest-Banner an die Brücke gehängt, sagt uns die Polizei. Sechs Personen wurden schließlich vorübergehend in Gewahrsam genommen.

+++ Arbeiten im Maulbacher Wald fortgesetzt - Polizei räumt weiter +++

06.10.20, 12:08 Uhr

Begleitet von Protesten gegen den Ausbau der umstrittenen Autobahn 49 sind am Dienstag die Arbeiten im Maulbacher Wald fortgesetzt worden. Ein Sprecher der Projektgesellschaft Deges zeigte sich zuversichtlich, dass das rund 3,5 Hektar große Areal bis zum Mittwoch gerodet sein könnte. "Wir sind vernünftig vorangekommen", sagte er.

Polizisten beseitigten unterdessen weitere Barrikaden, wie das zuständige Polizeipräsidium in Gießen und Naturschützer übereinstimmend mitteilten. Ein Polizeisprecher bezeichnete die Lage als "relativ ruhig". Aktivisten sprachen davon, dass der Wald von Ordnungshütern "hermetisch abgeriegelt" sei.

+++ Zusammenfassung: Tag 3 der Rodungsarbeiten +++

05.10.20, 21:11 Uhr

Die Baumfällarbeiten und der Protest von Umweltschützern konzentrierten sich diesmal auf den Maulbacher Wald bei Homberg (Ohm). Die Polizei sperrte das Gebiet rund um die Fällarbeiten weiträumig ab und brachte Aktivisten von Bäumen und aus dem Wald. Spezialkräfte holten eine Person aus einer Hängematte aus etwa zehn Metern Höhe. Zudem seien Holzbarrikaden geräumt worden, in denen sich Aktivisten einbauen haben lassen. Bereits am frühen Morgen kam es laut Polizei im Gewerbegebiet von Stadtallendorf zu einer spontanen Sitzblockade mit 24 Personen. An der Mahnwache Maulbach nahmen am Vormittag bis zu 30 Personen teil. Und gegen Mittag wurde von etwa 100 Personen ein Kreisverkehr in Homberg/Ohm blockiert.

+++ Polizeieinsatz am Maulbacher Wald +++

05.10.20, 10:43 Uhr

Der Konflikt um den Ausbau der Autobahn 49 in Nord- und Mittelhessen hat sich im Maulbacher Wald fortgesetzt. Wie ein Sprecher der Baugesellschaft Deges auf harmony.fm-Nachfrage bestätigt, sollen dort heute die Rodungen beginnen. Die Räumung des Waldstücks bei Homberg (Ohm) durch die Polizei habe bereits begonnen, sagte eine Sprecherin des Wald-Statt-Asphalt-Bündnisses. Aktivisten hätten das Waldstück besetzt, zudem gebe es eine Mahnwache außerhalb. Auch die Polizei bestätigte einen Einsatz wegen anstehender Rodungsarbeiten. Sie twitterte, mehrere Menschen hätten sich in Barrikaden einbauen lassen. Sie seien unverletzt geborgen worden.

Polizei räumt Waldstück im Maulbacher Wald

+++ Extinction Rebellion blockiert Eingänge am Bundesverkehrsministerium +++

05.10.20, 08:50 Uhr

Aktivisten der Gruppe Extinction Rebellion haben die Seiteneingänge des Bundesverkehrsministerium aus Protest gegen Waldrodungen in Hessen blockiert. An der Aktion seien rund 80 Aktivisten beteiligt, sagte eine Sprecherin. "Wir fordern Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf, die Rodungen für den Dannenröder Wald in Hessen zu stoppen." Die Berliner Polizei bestätigte, dass sie am Ministerium im Einsatz sei.

+++ Aktivisten setzen Proteste am Montag fortsetzen +++

05.10.20, 06:25 Uhr

Die Proteste gegen den Ausbau der A49 in Nord- und Mittelhessen sollen am Montag weitergehen. Man werde wieder Aktionen starten, sobald in den betroffenen Waldgebieten wieder gerodet wird, sagen die Umweltschützer. Eine erste Aktion gab es am Morgen schon - eine Sitzblockade vor dem Ferrero-Werk in Stadtallendorf. In Neuental in Nordhessen - wo bereits die Fahrbahn gebaut wird – haben Aktivisten am Wochenende die Baustelle besetzt. Selbst wenn Bäume gefällt werden, heiße das noch nicht, dass gebaut werde, schreiben die Aktivisten bei Twitter. Es gibt aber auch viele Befürworter der A49. Anwohner etwa erhoffen sich weniger Durchgangsverkehr in ihren Orten.

+++ Proteste gegen Weiterbau der Autobahn 49 bleiben am Sonntag friedlich +++

04.10.20, 16:15 Uhr

Protest gegen den Ausbau der Autobahn A49 in Nord- und Mittelhessen: Die Polizei sprach von einer friedlichen Atmosphäre der Demonstration am Dannenröder Forst bei Homberg/Ohm. Die Veranstalter gaben bis zu 5000 Teilnehmer an. Ein Polizeisprecher sagte unserem Reporter vor Ort, es seien 1500 Teilnehmer. Barrikaden aus Ästen und Stämme wurden errichtet, um Rodungsarbeiten zu erschweren. Die Polizei sagte allerdings, dass die meisten Demonstranten bereits wieder abzögen. Am Wochenende gab es keine Rodungs- und Räumarbeiten. Die Projektgesellschaft Deges hatte die Entscheidung mit Blick auf die geplanten Demonstrationen begründet.

harmony.fm-Reporter Olaf Brinkmann bei der Demo in Dannenrod

+++ Grünen-Spitze fordert Stopp für A49-Weiterbau +++

04.10.20, 10:22 Uhr

Die Spitze der Grünen fordert die Bundesregierung auf, den Weiterbau der A49 jetzt zu stoppen. Parteichefin Baerbock und Fraktionschef Hofreiter sagen in der Süddeutschen Zeitung, der Weiterbau sei verkehrs-, umwelt- und klimapolitisch falsch. Damit richten sie sich an Bundesverkehrsminister Scheuer - er sei der Auftraggeber. Die Grünen-Spitze fährt so aber auch Hessens grünem Verkehrsminister Al-Wazir in die Parade: Der hatte das A49-Projekt zwar nicht unterstützt, aber er muss es als Teil der schwarz-grünen Landesregierung realisieren.

+++ Vier bis fünf Hektar Wald für A49 gerodet +++

02.10.20, 19:01 Uhr

Trotz weiterer Proteste der A49-Gegner schreiten die Rodungen für den umstrittenen Weiterbau der Autobahn voran. In den ersten beiden Tagen seien Bäume auf einer Fläche von vier bis fünf Hektar im Herrenwald bei Stadtallendorf gefällt worden, teilte ein Sprecher der Projektgesellschaft Deges mit. "Wir sind damit im Plan und werden die Fällarbeiten am kommenden Montag an mehreren Stellen entlang der Trasse fortsetzen." Dazu stehe man auch in engem Kontakt zur Polizei.

+++ Tag zwei im Herrenwald etwas unruhiger +++

02.10.20, 17:30 Uhr

Am zweiten Rodungs- und Protestag im Herrenwald bei Stadtallendorf ist die Lage etwas unruhiger gewesen, als gestern. Gegen Mittag kam es kurzzeitig zu Handgreiflichkeiten als 21 Teilnehmer eines Demonstrationszuges auf die Polizei zugingen. Sie hätten versucht, eine Polizeikette zu durchbrechen, was die Beamten verhindert hätten, sagte ein Polizeisprecher. Eine spontane Blockade eines sogenannten Harvesters, mit dem Bäume gefällt werden, hätten die Einsatzkräfte ebenfalls nach kurzer Zeit aufgelöst. Insgesamt seien die Proteste auch am Freitag weitgehend friedlich verlaufen, sagte der Polizeisprecher.

+++ Tägliche Sitzblockade auf der L3343 darf nicht generell verboten werden +++

02.10.20, 15:32 Uhr

Sitzblockaden auf der L3343 (Dannenröder Straße) gegen de Rodung dürfen nicht generell verboten werden, das hat der  Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel heute entschieden. Allerdings müssten die Proteste so erfolgen, dass eine unverhältmäßige Belastung Dritter vermieden werde. Eine Initiative hatte bis zum 1. März nächsten Jahres tägliche Sitzblockaden von ca 2 bis 3 Stunden auf der Landesstraße angekündigt. Der Verwaltungsgerichtshof schlägt dagegen vor, täglich 30 Minuten immer zur selben Zeit zu demonstriren, außerhalb der Schul-und Berufsverkehrszeiten.  

+++ Höhenretter der Polizei im Einsatz +++

02.10.20, 14:14 Uhr

Die Proteste gegen den Ausbau der Autobahn 49 und die Räumung eines Waldstückes für Rodungsarbeiten gehen weiter. "Speziell ausgebildete Einsatzkräfte setzen die Räumung fort und führen die Höhenrettungsmaßnahmen durch", teilte die Polizei auf Twitter mit. Die Lage sei zunächst aber ruhig. Im Herrenwald bei Stadtallendorf harrten Umweltschützer etwa in Bäumen aus, um die Fällungen zu verhindern. 

harmony.fm-Reporter Lorenzo Rendon Valencia von den Rodungsarbeiten aus dem Herrenwald.

+++ Polizei zieht an Tag 1 ein positives Fazit +++

01.10.20, 18:15 Uhr 

Die Polizei hat sich am ersten Tag der Rodungen für den Weiterbau der Autobahn 49 zufrieden mit dem Großeinsatz rund um den mittelhessischen Herrenwald gezeigt. "Weil genau das Ziel erreicht worden ist, dass niemand verletzt wurde", sagte eine Sprecherin am Abend. Der Protest der Ausbaugegner sei friedlich verlaufen. Es habe passiven Widerstand wie Blockaden gegeben, aber keine Angriffe. Die Beamten nahmen sechs Aktivisten fest, bei 70 Personen wurden die Personalien festgestellt. Es habe auch mehrere Platzverweise gegeben.

+++ Erste Rodungsarbeiten begonnen +++

01.10.20, 11:06 Uhr

Im Herrenwald bei Stadtallendorf haben am Morgen erste Rodungsarbeiten begonnen. Auf Anweisung der Polizei wurden diese aber nach kurzer Zeit zunächst wieder unterbrochen. Weitere Details waren zunächst unklar. Die Projektgesellschaft Deges bestätigte, dass mit dem Start der vegetationsfreien Periode die notwendigen Baumfällarbeiten beginnen, um das Baufeld für den Lückenschluss der A 49 freizumachen. "Erste Fällungen werden ab heute im Bereich des Herrenwalds umgesetzt." 

+++ Viele Aktivisten wollen nicht weichen +++

01.10.20, 09:00 Uhr

Die Polizei ist nach eigenen Angaben mit mehreren Aktivisten im Gespräch. "Ziel der Gespräche ist das freiwillige Verlassen des Waldes", schrieben die Beamten auf Twitter. Einige Personen hätten daraufhin das Gebiet verlassen, sagte ein Polizeisprecher. Viele Aktivisten wollen aber nicht weichen. Sie verschanzten sich in Baumhäusern, einige riefen Parolen in Richtung der Beamten.

"Wir wollen den Bau der A49 verhindern" sagt Lola vom Bündnis "Autokorrektur"

Das sagen Anwohner in Stadtallendorf zu den Protesten und dem A49-Ausbau

So hat sich die Polizei auf den Einsatz eingestellt

Man stelle sich auf eine hochkomplexe und dynamische Einsatzlage ein, sagte ein Polizeisprecher im Vorfeld. "Wir werden diese Arbeiten schützen. Dabei soll niemand zu Schaden kommen, auch wenn das Zeit kostet. Hektik wäre ein falscher Ratgeber", hieß es. Straftaten würden aber nicht geduldet.

Sylvia Frech von der Polizei geht von einem langen Einsatz aus

Das sagt die Baufirma

Auftraggeber des Projekts ist das Bundesverkehrsministerium. Umgesetzt wird der Bau jedoch von der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und bau GmbH - kurz DEGES. Deren Sprecher Michael Zarth sagte unserer Reporterin vor Ort:

DEGES-Sprecher Michael Zarth zum Ablauf der Arbeiten

© harmony.fm

Die Geschichte des Streits um die A49

© dpa

Ein Plakat spricht sich an einer Durchgangsstraße in Kirtorf für den Bau der Autobahn 49 aus.

Direkte Verbindung zwischen Gießen und Kassel 

Derzeit endet die Autobahn 49 bei Neuental im Schwalm-Eder-Kreis, nach Fertigstellung des Lückenschlusses soll sie einmal Gießen und Kassel direkter miteinander verbinden. Das aktuell umstrittenste Teilstück der insgesamt knapp 62 Kilometer langen Autobahn führt von Stadtallendorf im Landkreis Marburg-Biedenkopf bis Gemünden (Felda) im Vogelsbergkreis. Insgesamt sollen 85 Hektar Wald entlang der geplanten Trasse gefällt werden. Davon gehören 27 Hektar zum 1.014 Hektar großen Dannenröder Wald sowie weitere 49 Hektar zum insgesamt 2.670 Hektar großen Herrenwald.

Klagen wurden abgewiesen

Für den Lückenschluss besteht Baurecht. Letzte Klagen gegen das Projekt hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im Sommer abgewiesen. Vor Gericht ging es auch um wasserrechtliche Fragen. Umweltschützer befürchten negative Folgen auf das Grundwasser durch den Autobahnbau. Mittlerweile liege ein Gutachten vor, teilte die Deges jetzt mit: Demnach wird die Ausbauplanung allen Anforderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie gerecht.

Regionale Wirtschaft befürwortet Ausbau

Viele Bewohner in der Region, aber auch die regionale Wirtschaft stehen hinter dem Projekt. Weniger Verkehrslärm und ein geringeres Unfallrisiko in den Dörfern, kürzere Wege zur Arbeit für Pendler und eine bessere Anbindung für Unternehmen - aus ihrer Sicht gibt es eine ganze Liste guter Gründe, die A49, die seit nunmehr vier Jahrzehnten im Gespräch ist, endlich fertigzustellen.

Umweltschützer prangern überholte Verkehrspolitik an

Umwelt- und Klimaschützer hingegen prangern nicht nur die Abholzung betroffener Waldstücke an, sondern werfen den Planern auch eine überholte Verkehrspolitik in Zeiten des Klimawandels vor: "Trotz Klimakrise und Artensterben lässt die Bundesregierung weiter im großen Stil Autobahnen und Bundesstraßen planen und bauen, ohne dabei Umweltbelange ausreichend zu berücksichtigen", erklärte etwa der BUND-Bundesvorsitzende, Olaf Bandt.

Weitere Meldungen
Inhalt wird geladen
Anzeige
Aus dem Netz
nach oben