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Corona-Test-Streit: Verantwortliche wehren sich

Update im Corona-Test-Streit - Verantwortliche wehren sich gegen Kritik

© dpa

Nachdem der Vogelsbergkreis der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) vorwirft, Corona-Tests durchgeführt zu haben, bei denen ein falsches, nämlich positives Ergebnis herauskam, wehrt sich die KV im Gespräch mit HIT RADIO FFH vehement gegen die Vorwürfe. 

Hintergrund sind 14 Patienten, die von der Kassenärztlichen Vereinigung in Alsfeld positiv getestet wurden. Bei einem anschließenden vom Gesundheitsamt in Auftrag gegebenen Test später waren sie aber negativ. "Das kann nicht bloßer Zufall sein", sagt der Gesundheitsdezernent im Vogelsbergkreis, Dr. Jens Mischak. Deswegen fordert er mit Landrat Manfred Görig die Kassenärztliche Vereinigung Hessen auf, das Untersuchungslabor zu wechseln.

KV: "Unsere Tests werden streng nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts durchgeführt"

Die Kassenärztliche Vereinigung sagt im FFH-Interview, ihre Tests würden streng nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts durchgeführt. Demnach wird nach einem ersten positiven Screeningtest ein Bestätigungstest gemacht. Der Vogelsbergkreis behauptet aber, dass diese zweite Untersuchung nicht durchgeführt wurde - und das sei schuld an den falschen positiven Ergebnissen.

"Steile, unhaltbare Behauptung des Vogelsbergkreises"

"Das ist eine steile, unhaltbare Behauptung", so der Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung, Karl Matthias Roth, im Gespräch mit HIT RADIO FFH. Die KV vermutet, dass bei den anschließend vom Landkreis veranlassten Nachtestungen - bis zu 48 Stunden später - möglicherweise die Viruslast einfach nicht mehr so groß war und die Tests dort deshalb dann negativ ausgefallen sind. "Wir haben große Bauchschermzen damit, dass so etwas jetzt öffentlich diskutiert wird", so Karl Matthias Roth.

Immer wieder vertröstet worden

Diese Kritik weist Gesundheitsdezernent Dr. Jens Mischak im FFH-Interview klar zurück: Der Kreis habe im Guten seit mehreren Wochen versucht, "ohne dass wir das an die große Glocke gehängt haben".  es an die Große zu hängen." Immer wieder sei man vertröstet worden. "Insoweit scheint ja jetzt etwas Bewegung in die Diskussion zu kommen.", sagt Mischak weiter.

Vorwurf: Mainzer Labor testet nicht genau

Der Gesundheitsdezernent sagt, dass das Problem bei dem von der KV beauftragten Mainzer Labor liege, "welches nicht spezifisch auf mindestens zwei Covid-19-Gene zu analysieren scheint". Daher habe sich der Kreis entschlossen, positive Test-Ergebnisse aus dem Mainzer Labor nicht mehr als ausreichend zu akzeptieren. Es könne schließlich kein Dauerzustand sein, dass sich Betroffene doppelt testen lassen müssen.

Positive Tests haben erhebliche Konsequenzen

"Positive Test-Ergebnisse ziehen ganz erhebliche Konsequenzen in beruflicher, betreuungs-technischer und nicht zuletzt auch finanzieller Hinsicht für die Betroffenen nach sich", sagt Mischak. Von den möglicherweise falsch-positiven Corona-Tests abgesehen gibt es im Vogelsbergkreis gibt es seit Wochen keine neuen Corona-Infektionen mehr.

Vogelsbergkreis lässt nur noch an Krankenhäusern testen

Am Donnerstag (25.06.) erklärte Landrat Manfred Görig dann, dass der Vogelsbergkreis jetzt nur noch in den Krankenhäusern in Lauterbach und Alsfeld Corona-Tests durchführen lasse. Das Testcenter der Kassenärztlichen Vereinigung in Alsfeld könne er nicht mehr empfehlen. 

Gesundheitsdezernent Mischak: Wie kommt es zu den falsch-positiven Testergebnissen

Gesundheitsdezernent Dr. Jens Mischak sagt, was aus Sicht des Vogelsbergkreises bei dem Testlabor schief läuft

Karl Roth von der Kassenärztlichen Vereinigung: "Wir weisen die Kritik entschieden zurück"

KV-Pressesprecher Karl Roth sagt, das beauftragte Labor arbeite streng nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts. Außerdem habe die KV ein Problem mit der Art der Kommunikation des Vogelsbergkreises.

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