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Fridays for Future: Tausende Schüler demonstrieren

Fridays for Future - Tausende Schüler demonstrieren in Hessen

Am internationalen Protesttag der Bewegung "Fridays for Future" haben hessenweit Tausende Schüler für einen radikalen Wandel in der Klimapolitik demonstriert. Allein in Frankfurt gingen am Freitag nach Schätzungen der Polizei insgesamt rund 5000 Jugendliche auf die Straße. 

Politische Unterstützung für Proteste

Politische Unterstützung erhielten die Demonstranten unter anderem von SPD, Grünen und Linken. SPD-Vorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel bezeichnete die Kundgebungen als richtigen und wichtigen Weg. "Es sind die Kinder und Jugendlichen, die morgen die Konsequenzen dessen tragen müssen, was wir heute versäumen", sagte er. Die Grünen im Landtag riefen dazu auf, die Forderungen der Jugendlichen ernst zu nehmen und danach zu handeln. Die Landesschülervertretung hatte in Hessen alle Schüler aufgerufen, sich an dem europaweiten Protesttag "Fridays for Future" zu beteiligen. 

Nachgefragt: Schülerin Paula aus Kassel über die Proteste

Fridays for Future: Tausende Schüler demonstrieren

Paula
Schülerin an der Jacob-Grimm-Schule in Kassel

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Schülern drohen wegen Demos Konsequenzen

Trotz Unterstützung von von Gewerkschaften oder Parteien: Den Schulschwänzern drohen Sanktionen – etwa der Eintrag von unentschuldigten Fehlstunden. Kultusminister Lorz ist gelassen: Das seien kalkulierte Regelverstöße, die gehörten zum Erwachsenwerden dazu.

Schulsprecher: Keine Angst vor Drohungen

Von Drohungen werde man sich auch nicht beeindrucken lassen, haben die Landesschulsprecher vor den Protesten am Freitag zu harmony.fm gesagt. Sie empfehlen, in allen Unterrichtsfächern den Klimaschutz zu behandeln. Auch die Lehrer-Gewerkschaft GEW hat die Schulen in Hessen dazu aufgerufen, den Klimaschutz-Protesttag nicht zu sanktionieren. "Das Bildungssystem soll nicht nur Kenntnisse in schulischen Fächern wie Mathematik, Rechtschreibung oder Fremdsprachen vermitteln", sagte Vorsitzende Maike Wiedwald. Es müsse in der Schule immer auch darum gehen, junge Menschen "an eine mündige Teilhabe an der Gesellschaft heranzuführen".

Eltern unterstützen Schülerproteste

Auch viele Eltern in Hessen unterstützen die Schülerproteste. Sie haben sich als "Parents for Future" unter anderem in Kassel, Darmstadt, Wiesbaden oder Bensheim in WhatsApp-Gruppen organisiert. "Die jungen Leute sind für mich ein großes Vorbild - sie erinnern uns daran, was zu tun ist", sagte Mirjam Hagebölling aus Kassel am harmony.fm-Mikro. Die alleinerziehende Mutter ging am Freitag gemeinsam mit ihrer 9 Jahre alten Tochter auf die Straße. Die Eltern laufen beim Demozug ganz hinten - um ihnen symbolisch den Rücken zu stärken.

Nachgefragt: Warum machen auch die Eltern bei den Demos mit?

Fridays for Future: Tausende Schüler demonstrieren

Mirjam Hagebölling
Bundesdelegierte der Parents for future aus Kassel

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© harmony.fm

An zahlreichen Orten in Hessen wurde demonstriert

Nach Angaben der Bewegung Fridays for Future gab es heute deutschlandweit an rund 200 Orten Demonstrationen. In Hessen wurde neben Frankfurt auch an zahlreichen anderen Orten protestiert. In Mittelhessen protestierten etwa 2500 junge Menschen. Polizeiangaben zufolge zogen allein 1200 Teilnehmer durch Gießen um ihren politischen Forderungen Nachdruck zu verleihen. In Marburg zogen gleich drei Demonstrationszüge durch die Innenstadt, an denen sich insgesamt etwa 900 Menschen beteiligten. In Friedberg (Wetteraukreis) protestierten nach Polizeiangaben etwa 300 Schüler.

In Fulda beteiligten sich rund 200 Jugendliche an der Aktion, in Darmstadt sprach die Polizei von 1800 Demonstranten. In Wiesbaden waren es rund 600 Schüler. In Kassel gingen laut Polizei 1000 Schüler für den Klimaschutz auf die Straße.

Übersicht: In diesen Städten gab es Demos

Stadt Zeit Ort
Bad Hersfeld  11:00 Uhr  Rathaus
Bensheim  12:00 Uhr  Goethe Gymnasium
Darmstadt  10:00 Uhr  Luisenplatz
Frankfurt am Main  12:00 Uhr  Bockenheiner Warte
Friedberg  10:00 Uhr  Bahnhof
Fulda  10:00 Uhr  Uniplatz
Gießen  11:30 Uhr  Berliner Platz
Göttingen  08:00 Uhr  Bahnhofsvorplatz
Homberg  11:00 Uhr  Marktplatz
Kassel  10:00 Uhr  Hauptbahnhof
Mannheim  11:00 Uhr  Schloss Ehrenhof
Mainz  10:00 Uhr  Hauptbahnhof
Marburg  12:00 Uhr  Marktplatz
Siegen  10:30 Uhr  Vor der Bluebox
Treysa  08:00 Uhr  Marktplatz
Wetzlar  11:00 Uhr  Bahnhofstraße
Wiesbaden  12:00 Uhr  Hauptbahnhof
Witzenhausen  11:00 Uhr  Vor der Johannisbergschule
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