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UKGM-Betriebsrat: "Wir müssen mehr ausbilden"

Kündigungswelle am UKGM Marburg - Betriebsrat will Imageschaden verhindern

An der Uniklinik in Marburg sorgt eine Kündigungswelle von Pflegern und Pflegerinnen einer chirugischen Abteilung weiter für Unruhe. harmony.fm hat mit dem Betriebsratsvorsitzenden Frank Eggers gesprochen. Er sagt: "Wir sollten weitere Imageschäden vermeiden und die Situation einfach verbessern." 

"Situation kann schon bald an anderen Krankenhäusern entstehen"

Der Betriebsratsvorsitzende und langjährige OP-Pfleger versucht sichtlich zu deeskalieren: "Der Pflegenotstand ist überall", sagt Eggers im harmony.fm-Gespräch. "Die Situation an der Uniklinik Marburg kann schon bald an anderen Krankenhäusern entstehen, wenn wir keine Antworten auf diesen Notstand finden." Das gelte auch für Servicekräfte und Verwaltungsangestellte.

Frank Eggers, Betriebsratschef an der Uniklinik Marburg im harmony.fm-Interview

"Der Pflegenotstand kann auch andere Krankenhäuser treffen"

Sie können sich vorstellen, dass das sowohl für den Betriebsrat als auch für den Arbeitgeber ein Donnerschlag gewiesen is, ohne 's nicht zu erwarten. Dass das also per sofort wieder ab Äbten Wert, kann man sagen, was zu den Erschöpfungszuständen geführt hat. Die wichtigsten Punkte sind, dass wir tatsächlich in vielen Bereichen des Krankenhauses einen Fachkräftemangel zu erwarten haben. Das betrifft unter Umständen nicht nur die medizinischen Heilberufe, sondern auch die anderen am Krankenhaus notwendigen Assistenz Berufe. Und es ist zu befürchten, wenn es nicht gelingt, mehr zu Strom in den Pflegeberuf zu bekommen, dass die diese Entwicklung noch lange anhalten. Wert. Jetzt ergibt es ja hier an der Uniklinik Marburg. Konkret die Situationen auf einer Abteilung, dass so viele Pflegekräfte quasi als Gruppe gehen. Was muss sich da verändern, damit das besser wird? Leute müssen entlastet werden. Krankenpfleger Beruf ist ein Hochleistungs, Beruf Und. Das funktioniert nur dann, wenn sie die Arbeitslast auf mehrere Schultern verteilen können. Das im Falle plötzlicher Erkrankungen, ein Ausfall Konzept eben erstellt wird das nicht nur vor, dass sie aus dem Frei geholt werden. Und es muss es so sein, dass also die Belastung nach und nach nivelliert werden können, sodass er die Pflegenden auch Zeit haben, sich zu erholen, befürchten sie in Image-Schaden, dass die Leute sagen, das wissen wir alles mit diesem Pflegenotstand. Aber irgendwie scheint 's doch da schlechter zu laufen als woanders. Also ich befürchte denen Image-Schaden im Grunde genommen für die Pflege insgesamt. Und es wäre viel zu einfach, nur zu sagen gedämmt privater Arbeitgeber ist alleine schuld. An allem, denn es ist eben tatsächlich so, wenn Sie Fachkräftemangel haben, wenn sie Demographie haben und wenn sie diese Fakten nicht korrigieren können, dann können sie die Reihe um abwarten, welche Krankenhäuser in die gleiche personal Misere kommen wie wir zurzeit auch. Und wir müssen alles daran setzen, dass wir als Arbeitsplatz attraktiv bleiben. Dass wir die entstandenen Lücken durch Bewerbungen und durch Ausbildung schließen können. Und das ist, glaube ich, unser wichtigster Auftrag, den wir im Moment haben. Der Uni-Klinik kann sich ja nicht wegducken. Es gibt den Versorgungsauftrag. Was wünschen Sie sich vom Land Hessen Ich wünsche mir vom Land Hessen, das wir planbare Verhältnisse am U K G M haben das also nicht nur die medizinischen Heilberufe im Fokus stehen, sondern zum Beispiel. Auch Service, Küche Verwaltung, das wir also MN der Effekt ein Gesamtkonzept haben. Letzte Frage würden sie wieder in den Beruf gehen oder was sagen Sie jungen Leuten. Warum das vielleicht einfach auch. Ein schöner Beruf. Es ich würde jederzeit wieder in den Beruf hineingehen. Und ich bin auch wirklich sehr gerne OP Pfleger gewesen. Und ich bin der Meinung. Wenn es uns gelingt, ein vernünftiges roh, um in der Pflege zu schaffen, dass man vom Einstieg in den Beruf bis zur Rente eben im Beruf bleiben kann, ohne dass man dabei selber beschädigt wird. Dann würde ich jedem empfehlen, dass er den Beruf ergreifen kann, weil er schön ist. Und weil man von den Menschen, um die man sich kümmert, viel zurückbekommt.

Freizeitausgleich muss möglich sein

Allerdings fordert Eggers auch bessere Dienstpläne, in denen zum Beispiel bei Ausfällen nicht einfach Kollegen aus der Freizeit herbeigerufen würden. "Denn der Pflegeberuf ist eine Hochleistungstätigkeit. Die Kollegen müssen sich erholen können, wenn sie frei haben und Überstunden abbauen können."

"Eigentlich ein wunderbarer Beruf"

Als vordringlichste Aufgabe sieht der Verdi-Gewerkschafter, die Einstellung neuer Pflegekräfte und mehr Bemühen um Ausbildung und um Auszubildende. Als langjähriger OP-Pfleger fügt er hinzu: "Es ist eigentlich ein wunderbarer Beruf. Wir sollten es schaffen, dass man am Uniklinikum Marburg ein Leben lang arbeiten und angestellt sein kann, ohne dabei Schaden zu erleiden." Dabei sei aber auch die Landespolitik zur Unterstützung gefordert, denn das UKGM habe einen Versorgungsauftrag.  

"Die Kündigungen waren wie ein Donnerschlag"

Jüngst hatten 15 von 16 Pflegekräften einer chirurgischen Station gekündigt wie zuerst die Oberhessische Presse berichtete. Die Pflegerinnen wechseln laut Hessischem Rundfunk fast geschlossen zum evangelischen Krankenhaus in Gießen. Hiervon versprechen sich die Kollegen bessere Arbeitsbedingungen. Ihre eigenen Überlastungsanzeigen in der Marburger Uniklinik seien ohne ausreichende Reaktion geblieben. Laut Oberhessischer Presse seien Kräfte teils weinend in den Dienst gekommen, "weil sie so fertig waren."

Sorge vor weiteren Abwanderungen

Nach der Kündigungswelle erklärte die Klinikleitung nun, den "Weckruf" verstanden zu haben und will das Gespräch suchen. Allerdings geht nun die große Sorge an der Uniklinik um, dass den Abgewanderten weitere folgen werden. In allen Krankhäusern werden Pflegekräfte gesucht, es herrscht Pflegenotstand. 

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