Webradio starten
ON AIR:
Nachrichten > Mittelhessen, Top-Meldungen >

Polizeipräsident: Kein Stopp für A49-Rodung

Polizeipräsident zu A49-Einsatz - "Rodung wird nicht unterbrochen"

Die Räumung- und Rodungsarbeiten im Dannenröder Forst für den Weiterbau der A49 Gießen Kassel sollen ohne Pause fortgesetzt werden. Das hat Mittelhessens Polizeipräsident Bernd Paul gegenüber harmony.fm erklärt. Er halte nichts von einem Stopp, um zur Besinnung zu kommen. Pröbste der evangelischen Kirche hatten am Donnerstag gefordert, an den Adventssonntagen die Rodungen auszusetzen. Der Stopp solle der Deeskalation dienen. Dem erteilte der mittelhessische Polizeipräsident eine klare Absage.

Einsatz bis Weihnachten vielleicht zu Ende

Im harmony.fm-Interview erklärte Bernd Paul, es mache überhaupt keinen Sinn den aufgebauten Einsatz zu unterbrechen und dann neu aufzubauen. Der Einsatz werde nun in aller Gründlichkeit und mit aller Sicherheit zu Ende geführt. Das sei auch im Sinne der belasteten Anwohner. Auch die Beamten, die zum Teil aus anderen Bundesländern kämen, seien belastet und im Dauereinsatz. Er hoffe, dass diese Beamten bald wieder bei ihren Familien sein könnten - wenn es nach ihm ginge, noch vor Weihnachten, so Paul zu harmony.fm. Paul erinnerte daran, dass die Polizei nicht Bauherr sei, sondern lediglich dem gesetzlichen Auftrag nachkäme, die gerichtlich genehmigten Rodungsarbeiten zu schützen. 

Mittelhessens Polizeipräsident Bernd Paul

"Davon halte ich überhaupt nichts"

SPD stellt sich hinter hessische Polizei

Unterdessen hatte sich die SPD am Donnerstag hinter den Einsatz der hessischen Polizei gestellt. Die SPD-Fraktion forderte die Landesregierung auf, eine Sonderzulage für die Beamten mit diesem anstrengenden und gefährlichen Einsatz zu prüfen. 

Gewerkschaft fordert Rückendeckung für die Polizei

Die Gewerkschaft der Polizei bittet die Politiker in Hessen dringend um Rückendeckung für den Einsatz im Dannenröder Forst. Die Gefahr für Leib und Leben dort sei groß, die Auseinandersetzungen hätten eine neue Eskalationsstufe erreicht. Der stellvertretende hessische GdP-Vorsitzende Jörg Mohnherr sagt im harmony.fm-Gespräch: "Wir sind wütend und fassungslos. Wir wünschen uns die klare Rückendeckung aller demokratischen Parteien im Landtag."  Mohnherr: "Bekennen Sie sich zu ihrer Polizei!"

Immer mehr 12-Stunden-Schichten im Wald

Tausende Polizisten seien dort oft mehr als 12 Stunden am Stück im Einsatz - seit dem 1. Oktober. Gleichzeitig gebe es gewaltbereite Aktivisten, die nicht vor Straftaten zurückschreckten. Dabei nähmen sie in Kauf, dass Menschen verletzt oder gar auch getötet würden. Polizeibeschäftigte würden massiv angegriffen, beschimpft, bespuckt, mit Farb- und Kotbeuteln beworfen.

 

Jörg Mohnherr von der Polizeigewerkschaft

"Wir sind fassungslos und ja auch wütend"

Jörg Mohnherr GdP

"Wir haben Angst, dass ein Kollege schwerverletzt wird"

Jörg Mohnherr GdP

"Es sollte Sonderurlaub und Zusatzprämien geben"

Gewaltaufrufe gegen Polizei in Sozialen Medien

Auch in den sozialen Netzwerken und den Online Medien würde zu Gewalt gegen Polizisten aufgerufen. „Wenn die Ausbaugegner Vorwürfe in Richtung der Einsatzkräfte richten, diese hätten im Zusammenhang mit der Räumung von Baumhäusern und Barrikaden in dem Waldstück Gewalt angewendet und Menschenleben gefährdet, ist das nicht mehr hinnehmbar“, sagte der stellv. Landesvorsitzende der GdP, Jens Mohrherr in Wiesbaden.

Zusatzurlaub und Sonderprämien für die Polizisten

Die GdP fordert, dass die Arbeit der Polizeibeschäftigten im Dannenröder Forst auch mit Zusatzurlaub, Sonderprämien und der Vergütung von Überstunden honoriert werde.

harmony.fm-Reporterin Anne Schmidt vor dem Polizeipräsidium in Gießen

nach oben