Haftbeschwerde hatte Erfolg: Wetter-Experte Kachelmann ist frei
TV-Wettermoderator Jörg Kachelmann hat das Mannheimer Gefängnis als freier Mann verlassen. Im Blitzlichtgewitter vieler Fotografen und Kameraleute trat er zusammen mit seinem Anwalt Reinhard Birkenstock vor das Tor der Justizvollzugsanstalt. Zuvor hatte das Oberlandesgericht Karlsruhe den Haftbefehl gegen ihn aufgehoben. Der 52-jährige Schweizer saß seit dem 20. März in Haft, weil er seine frühere Freundin vergewaltigt haben soll. Er hat die Vorwürfe stets bestritten.
Kachelmann äußerte sich nicht persönlich zu seiner Freilassung. Sein Anwalt sagte: «Die Unschuldsvermutung ist wieder auferstanden.» Die Freilassung sei eine Genugtuung. Kachelmann bedanke sich bei allen, die ihn in den vergangenen Monaten unterstützt haben, sagte Birkenstock.
Vom Landgericht Mannheim hieß es, es sei noch unklar, ob die Verhandlung gegen Kachelmann wirklich wie geplant am 6. September beginnen werde.
Nieder-Ramstadt: Gute Noten für den Lohberg-Tunnel
Beim ADAC-Tunneltest 2010 glänzt der Lohberg-Tunnel bei Nieder-Ramstadt (Foto: ADAC). Er wurde von den Testern mit der Gesamtnote "sehr gut" bewertet, wie der Autoclub in München mitteilte. Der Tunnel erhielt unter anderem in den Einzelsparten Beleuchtung, Flucht- und Rettungswege, Belüftung sowie Notfallmanagement jeweils ein "sehr gut". Insgesamt vergab der ADAC überwiegend gute Noten. Von 26 getesteten Tunnels in 13 europäischen Ländern bekamen 16 die Gesamtnote "sehr gut", vier wurden mit "gut" bewertet. Vier Tunnels fielen wegen Sicherheitsmängeln aber glatt durch, darunter auch der Tunnel Birth auf der A44 bei Velbert (Nordrhein-Westfalen).
Mutter gesteht acht Neugeborene getötet zu haben
Acht Schwangerschaften und Geburten, acht Kinder getötet - und niemand hat etwas bemerkt. Frankreich ist entsetzt über den Fall einer 45 Jahre alten Mutter, die gestanden hat, acht ihrer Neugeborenen umgebracht zu haben. Die Polizei fand die Babyleichen in zwei verschiedenen Gärten vergraben in dem 650-Einwohner Dorf Villers-au-Tertre (Foto). «Es waren ganz normale Leute», erzählen Nachbarn, die nicht glauben mögen, was sich nahezu unter ihren Augen abgespielt hat. Wenn sich die Aussagen bewahrheiten, wäre das der schlimmste Fall von Kindestötungen in Frankreich seit drei Jahrzehnten.
Dominique habe umgehend gestanden, dass es ihre Kinder seien, die sie getötet habe - und dass es noch weitere Leichen gebe, berichtete die Zeitung «Le Parisien». Bislang fanden die Ermittler insgesamt acht, zwei im Garten der Eltern und die übrigen sechs im Garten des neuen Hauses. Es scheint nicht ausgeschlossen, dass es noch weitere Babyleichen geben könnte. Nach Informationen des Senders RTL soll Dominique gestanden haben, seit 1988 etwa zehn Kinder nach der Geburt getötet zu haben.
Etwas mehr Arbeitslose in Hessen, aber im Jahresvergleich ein Minus
Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Juli saisonbedingt leicht gestiegen. 200.301 Frauen und Männer waren erwerbslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Frankfurt mitteilte. Das sind 4158 oder 2,1 Prozent mehr als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Zahl jedoch um 16.297 oder 7,5 Prozent.
Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von Juni auf Juli 2010 von 6,3 auf 6,5 Prozent. Im Juli 2009 hatte sie noch bei 7,0 Prozent gelegen. Im Sommer steigen die Zahlen üblicherweise leicht: Manche Firmen legen Werksferien ein und verzichten auf die Verlängerung befristeter Arbeitsverträge. Schulabgänger, die keine Stelle finden, melden sich vorübergehend arbeitslos.
Deutschlandweit sind 3.192.000 ohne Job - 39.000 mehr als im Juni, aber 271.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,1 Punkte auf 7,6 Prozent zu. Vor einem Jahr hatte sie bei 8,2 Prozent gelegen.
Nature-One-Festival: Keine Sicherheitsbedenken - nach Loveparade-Katastrophe
Nach der Loveparade-Katastrophe - mit inzwischen 21 Toten - hat NRW-Innenminister Jäger seine schweren Vorwürfe gegen die Stadt Duisburg und den Veranstalter erneuert! Die Stadt habe ihr Sicherheitskonzept viel zu spät vorgelegt und der Veranstalter habe Absprachen mit der Polizei einfach ignoriert, sagte er am Abend im Ersten.
Bei der tödlichen Massenpanik vor einer engen Tunnelröhre waren 500 weitere Menschen teilweise schwer verletzt worden.
Morgen startet im Hunsrück bei Hasselbach in Rheinland-Pfalz das Techno-Festival "Nature One". Dessen Veranstalter - der gebürtige Schweizer Nikolaus Schär - erwartet rund 60.000 Raver.
Schär sagte uns: Die Ignoranz der Verantwortlichen in Duisburg mache ihn wütend: "Wut auf den Veranstalter, der das Gelände gewählt hat. Das hätte man nie machen dürfen. Jeder professionelle Veranstalter - viele, viele Kollegen - sagen zu Recht alle, sie hätten das nie gemacht. Es gab viele Warnungen dazu vorher, aber die Veranstalter und auch am Ende die Genehmigungsbehörden haben da einfach die Augen zugedrückt und ich hoffe, man sieht diese verantwortlichen Leute eines Tages auf der Anklagebank wieder."
Zur Sicherheits seiner eigenen Veranstaltung erklärte Schär: "Wir sind in der puren Natur - auf Freiflächen. Wir haben keine engen Häuserschluchten, wir haben keine Zugänge durch Tunnel, wir haben überall breite Wege; der Eingang ist getrennt vom Ausgang. Wir haben also keinen Gegenverkehr bei den Besucherströmen. Alles ist sehr großzügig, was Rettungswege anbelangt. Es ist sicherer als jedes Fußballstadion oder jede Halle - eigentlich ideale Bedingungen."
Frankfurt/Berlin: Gewerkschaften drohen mit Streiks bei der Bahn
In Frankfurt entscheidet sich heute ob bei der Bahn demnächst gestreikt wird. Sowohl die Gewerkschaften Transnet/GDBA wie auch die Lokführer-gewerkschaft GDL verhandeln mit den Bahnoberen um mehr Geld und einen Branchentarifvertrag. Lange Pokern wollen die Gewerkschaften diesmal nicht - bereits im Vorfeld drohten sie mit Streiks - kommende Woche könnten die schon beginnen. Die Bahn will das unter allen Umständen verhindern und hat für heute ein erstes Angebot angekündigt. Die Gewerkschaften fordern zwischen 5 und 6 Prozent mehr Lohn - vor allem aber ein Tarifvertrag der auch für die privaten Bahnen gilt. Dort werden die Mitarbeitern und Lokführern offenbar teilweise mit Dumpinglöhnen abgespeist und verdienen bis zu 20 Prozent weniger.
Sondereinsatz im Süden gegen drohende Mückenplage
Der viele Regen der vergangenen Tage sorgt im Süden des Landes für einen Sondereinsatz der kommunalen Stechmücken-Bekämpfer. Ihr Einsatz wurde notwendig, weil der Rhein Hochwasser führt. Überschwemmungsgebiete sind ideale Brutstätten für die Mücken.
Ein Großeinsatz für die Helfer der KABS, der „Kommunalen Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage" mit Sitz in Waldsee. Sie verstreuen Bio-Eisgranulat, das Mückenlarven tötet.
Heute in der Pfalz und in Nordbaden, morgen in Südhessen. Im Juni war die letzte große Anti-Mücken-Aktion erfolgreich: 98 Prozent der Stechmückenbrut seien vernichtet worden. Eine besonders große Mückenplage gebe dieses Jahr vor allem in Bayern.
Schockierender Arbeitsunfall: in Stickstofftank bei Minus 150 Grad erfroren
Zwei Arbeiter sind in Nordrhein-Westfalen in einen Stickstofftank gefallen und bei Minus 150 Grad erfroren.
Laut Polizei wollten die beiden 24 und 27 Jahre alten Männer den Tank eines Betriebs in Solingen reinigen. Dabei geriet der 24-Jährige aus bisher ungeklärter Ursache in den etwa Minus 150 Grad kalten Behälter. Als sein 27-jähriger Kollege versuchte ihn zu retten, fiel er ebenfalls hinein.
Ein 37 Jahre alter Arbeiter, der den Männern helfen wollte, wurde schwer verletzt. Auch ein Feuerwehrmann musste sich nach der Bergung der Leichen medizinisch versorgen lassen.
Strahlende Gesichter: Merck verdient mehr als erwartet
Beim Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck hat die Erholung im Chemiegeschäft zu einem kräftigen Gewinnanstieg geführt. Zugleich hob das Unternehmen den Ausblick erneut an. Das Ergebnis nach Steuern habe im zweiten Quartal um 70 Prozent auf 187 Millionen Euro zugelegt, teilte der DAX-Konzern mit.
Das operative Ergebnis verbesserte sich auf 326,2 Millionen Euro und übertraf damit die Erwartungen von Analysten. Beim Umsatz verbuchte Merck ein Wachstum auf 2,2 Milliarden Euro nach 1,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Konzernchef Karl-Ludwig Kley (Foto) sagte, die Zahlen belegten, dass das gute erste Quartal «kein einmaliger Ausreißer nach oben war».


